E-Commerce: DACH-Raum ist Umsatz-Europameister

Pro Kopf bestellten Deutsche, Schweizer und Österreicher 2020 im Durchschnitt mehr als Franzosen, aber weniger als Engländer.

Die E-Commerce-Gewohnheiten in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterscheiden sich durchaus. (Foto: Rawpixel / AdobeStock)
Die E-Commerce-Gewohnheiten in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterscheiden sich durchaus. (Foto: Rawpixel / AdobeStock)
Therese Meitinger

Erstmals hat der E-Commerce allein mit Waren, die an Endverbraucher verkauft werden, in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Jahr 2020 ein konsolidiertes Volumen von mehr als 100 Milliarden Euro inklusive Umsatzsteuer erreicht. Das vermeldete am 2. April der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH). Der deutschsprachige E-Commerce setze damit mehr um als jeder andere Sprachraum in Europa, hieß es. Pro Kopf wurde laut BEVH in den drei Ländern im Mittel etwa für 1000 Euro im Jahr bestellt – deutlich mehr als beispielsweise in Frankreich, das mit 67 Millionen Einwohner und etwa 46,4 Milliarden Euro etwa ein vergleichbares E-Commerce-Volumen aufweist. Die Briten bestellten mit einem Marktvolumen von 82,6 Milliarden Euro und circa 1233 Euro pro Kopf und Jahr etwas mehr. Zusammen bringen es die deutschsprachigen Märkte nach Vernbandsangaben auf ein Viertel des E-Commerce-Warenumsatzes in den USA.

Prozentual am stärksten fiel das Wachstum 2020 in der Schweiz mit einem Sprung um 27,9 Prozent aus, gefolgt von Österreich (+17,4 Prozent) und Deutschland (+14,6 Prozent). Der Anteil des E-Commerce am Einzelhandel steigt laut BEVH in allen drei Märkten weiterhin konstant an. Dabei unterscheiden sich Deutschland, Österreich und die Schweiz im Einkaufsverhalten durchaus. Um die Unterschiede in den Ländern darzustellen, haben die Branchenverbände BEVH, Handelsverband - Verband österreichischer Handelsunternehmen sowie Verband des HANDELSVERBAND.swiss die Zahlen verglichen.

Schweiz mit großem E-Food-Sektor

Die Verbraucherinnen und Verbraucher in der Schweiz kauften demnach in 2020 Waren für 13,1 Milliarden Schweizer Franken (umgerechnet 11,84 Mrd. Euro, +27.2 Prozent) online ein. Die Onlineeinkäufe haben sich somit innerhalb von sechs Jahren verdoppelt. Die Branche in Österreich konnte laut den Verbänden im Vorjahr erstmals mehr als 8,5 Milliarden Euro im E-Commerce erwirtschaften. Der über mobile Endgeräte generierte Umsatz hat sich um mehr als 50 Prozent erhöht – mehr als in Deutschland, wo das Volumen nur um 11,1 Prozent stieg. Allerdings liege der Anteil des Mobile Commerce am gesamten E-Commerce-Umsatz hierzulande mehr als doppelt so hoch wie in Österreich, so der Handelsverband. In Deutschland liegen die Online-Umsätze mit Waren für 2020 bei 83,3 Milliarden Euro. Dies ergibt einen prozentualen Anstieg von 14,6 Prozent gegenüber dem Jahr 2019.

Obwohl während der gesamten Corona-Krise in allen drei Ländern der Lebensmittelhandel nie geschlossen hatte, legte dieser der Erhebung zufolge im Onlinehandel überall prozentual am stärksten zu. Doch noch immer ist der E-Food-Sektor nirgends stärker als in der Schweiz: Mit 1,5 Milliarden Euro liegt er zwar deutlich unter dem deutschen Lebensmittel-Onlinehandel (2,3 Milliarden Euro, +43,75 Prozent). Aber bei annähernd vergleichbarer Bevölkerungsgröße ist er mehr als doppelt so hoch wie in Österreich (693 Millionen. Euro, +20,9 Prozent). Pro Kopf gab jeder Deutsche wiederum nicht einmal 33 Euro für Lebensmittel im Internet aus (insgesamt 2,7 Milliarden Euro, +67 Prozent). In der Schweiz waren es mehr als 175 Euro, in Österreich immerhin mehr als 78 Euro.

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