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E-Commerce BBQ: Individuell, digital, mit grünem Anspruch

Rund 520 Teilnehmer widmeten sich auf Einladung von B+S den Herausforderungen des Online-Handels.

20 Speaker berichten auf drei Bühnen über die neuesten Trends der Branche – beispielsweise Jan Griesel von plentysystems. (Foto: B+S)
20 Speaker berichten auf drei Bühnen über die neuesten Trends der Branche – beispielsweise Jan Griesel von plentysystems. (Foto: B+S)
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Therese Meitinger

„Mut oder Tschüß!“ – unter diesem klaren Motto stand das E-Commerce BBQ, zu dem der Logistikdienstleister B+S nach Bielefeld eingeladen hatte. Die rund 520 Teilnehmer tauschten sich über die aktuellen Herausforderungen des Online-Handels aus – von Customizing über Digitalisierung bis hin zur Müllvermeidung.

Als Bühne für das E-Commerce BBQ am 6. September 2019 hatte B+S sein Distributionszentrum gewählt. „Denn eines steht fest: Mit effizienten logistischen Prozessen steht und fällt das Geschäft der Online-Händler“, bekräftigt B+S-Geschäftsführer Stefan Brinkmann. Die 20 Speaker beleuchteten in Expertenvorträgen und Workshops, welche Aspekte über Erfolg oder Scheitern entscheiden. Nach der Arbeit folgte das Vergnügen: eine BBQ-Party mit Smoker-Buffet und Cocktail-Lounge.

Die Referenten reichten vom traditionellen Textilhändler bis zur Gründerin eines nachhaltigen Start-ups. Laut Marc Freyberg, Marketingleiter vom Mode-Label Brax, ist Konsequenz eine wichtige Voraussetzung für Geschäftserfolg: „Bei uns muss sich jeder Laden rechnen, sonst schließen wir ihn.“ Die Stammkunden gehören mehrheitlich zur Gruppe 60plus. Im stationären Handel erwirtschaftet das Unternehmen derzeit noch 70 bis 75 Prozent seines Umsatzes. Die Tendenz ist aber deutlich rückläufig. Auch bei Brax sind digitale Aspekte zunehmend wichtig: So reservieren viele Kunden online Waren, um sie im Laden abzuholen – ein Beispiel für die Vernetzung von Kanälen. Zwar kaufen letztlich nur 20 Prozent den bestellten Artikel. „Doch wir können aus Kundendaten sehr hilfreiche Infos ziehen“, sagt Marc Freyberg. So lässt sich das Kaufverhalten analysieren und die Zielgruppe näher bestimmen, etwa nach Geschlecht oder Alter. Entsprechend kann Brax seine Marketing-Maßnahmen besser steuern – von der Dankes-Kampagne bis zum speziellen Angebot. In der B-to-C-Logistik beobachtet der Händler den wachsende Wunsch nach einer sehr schnellen Lieferung sowie Retourenvereinnahmung. Die Kunden akzeptieren jeweils höchstens drei Tage.

Einfacher ist besser

Christian Möhring, Gründer des Start-ups Madeone, hat von Anfang an auf ein digitales Geschäftsmodell gesetzt. Auf der Website helmade.com können sich Motorsportler ihren Helm individuell gestalten und bestellen. Der web-basierte 3D-Produkt-Konfigurator ist eine Eigenentwicklung. Der Jungunternehmer berichtet: „Wir betrachten Design, Produktion und Auslieferung als einen ganzheitlichen Prozess.“ Dieser sollte in allen Abschnitten möglichst einfach sein. Im Front-End bedeutet das bequeme Shop- und Payment-Systeme für den Kunden. Im Hintergrund, in dem die Logistik wirkt, klar strukturierte und transparente Prozesse. „Für den Kunden hat sein individualisiertes Produkt einen hohen emotionalen Wert. Deshalb will er wissen, in welchem Status es sich gerade befindet und wann er es geliefert bekommt.“ Das „Customization as a Service“- Konzept (CaaS) und die Plattform-Technologie will der Unternehmer auch anderen Industrien zugänglich machen, etwa für Sportgeräte oder Motorräder. „Damit werden effiziente Logistiklösungen wichtiger. Zum Beispiel erfordert die Lagerung größerer Produkte mehr Fläche.“

Junge Unternehmer wollen grüne Logistik

Den Spagat zwischen leistungsfähiger Logistik und Umweltschutz thematisiert Julia Piechotta von Spoontainable. Das Start-up hat einen essbaren Eislöffel entwickelt, um den Plastikmüll zu reduzieren. Rund 360 Millionen Plastiklöffel verbrauchen die etwa 9.000 Eisdielen in Deutschland pro Jahr. Julia Piechotta sagt ganz klar: „Transport und Logistik belasten die Umwelt“. Doch der Spielraum für nachhaltige Lösungen ist noch gering. Es war für die Gründerin ohnehin nicht einfach, den passenden Logistikpartner zu finden. Zum einen hat sie eine relativ geringe Menge zu transportieren. Zum anderen muss der Dienstleister die hohen Anforderungen an die Lebensmittellogistik erfüllen. Auch das Thema Verpackung ist der „grünen“ Unternehmerin wichtig. „Hier sind wir noch nicht am Ziel“, gibt sie zu. Eine Folie rund um die Löffel ist vorgeschrieben. Die Umverpackung besteht aus Karton. Gemeinsam mit ihrem Logistiker arbeitet sie weiter daran, die Verpackung zu verschlanken.

E-Commerce treibt den Wandel

Gemeinsam ist allen Online-Händlern, dass sie von ihren Logistikpartnern eine hohe Flexibilität erwarten. „Wir müssen etwa eine steigende Zahl von Single-Unit-Aufträgen und Retouren bewältigen“, erläutert Stefan Brinkmann. Vor allem die Automatisierung von Prozessen hilft, die wechselnden Anforderungen zu erfüllen. Für reibungslose logistische Abläufe ist die Qualität der Daten und die Geschwindigkeit ihrer Übertragung entscheidend. Echtzeitkommunikation ermöglicht, das Bestandsmanagement zu optimieren, die Kapitalbindung zu verringern und somit die Kosten zu senken.

Das wachsende Paketvolumen bleibt auch ein herausfordernder Aspekt für die letzte Meile. Hier sind innovative Verkehrslösungen im urbanen Raum und die Entwicklung von Immobilien für Retouren gefragt. Insgesamt lässt sich festhalten, dass der Online-Handel den Wandel in der Logistik wesentlich antreibt – vor allem im Hinblick auf die Automatisierung von Prozessen, den umweltfreundlicheren Transport und nachhaltigere Verpackungen.

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