Werbung
Werbung
Werbung

Drohnen: Vom Werksgelände ins Labor

Autonome Transportdrohne soll Anlieferung von Laborproben bei Thyssenkrupp Steel beschleunigen.

Beim ersten offiziellen Demonstrationsflug lieferte die Drohne nach ein paar Minuten eine Box mit Laborproben vollautomatisiert auf dem Werksgelände ab. (Foto: doks.innovation)
Beim ersten offiziellen Demonstrationsflug lieferte die Drohne nach ein paar Minuten eine Box mit Laborproben vollautomatisiert auf dem Werksgelände ab. (Foto: doks.innovation)
Werbung
Werbung
Melanie Endres

Bei ihrem ersten offiziellen Testflug hat die „delivAIRy“ von Doks.innovation über dem Hüttenwerk von Thyssenkrupp in Duisburg Laborproben auf dem Werksgelände autonom geliefert, das gab Thyssenkrupp Steel Europe kürzlich bekannt.

„Der Probeflug einer autonom fliegenden Transportdrohne zeigt, dass wir in Nordrhein- Westfalen gute Voraussetzungen haben, bei der Entwicklung innovativer Technologien vorne dabei zu sein. Wir haben die Kompetenzen in Wissenschaft und Wirtschaft und optimale Testbedingungen. Was hier im kleineren Umfang getestet wird, ist wegweisend für die Mobilität in unseren Städten. In einem solch bevölkerungsstarken und verkehrsreichen Land wie Nordrhein-Westfalen ist es richtig, mit dem Luftraum die dritte Dimension der Mobilität mitzudenken. Die Nutzung des Luftraums eröffnet uns Optionen für neue Mobilitätsangebote,“ sagte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst.

Sicherheit und Mehrwert

Bisher machte sich Thyssenkrupp zufolge ein Werksarbeiter zweimal täglich per Pkw auf den Weg, um kleine Dosen mit Rohstoffen wie Eisenerz oder Kokskohle von der Rohstoffaufbereitung im Werkhafen Schwelgern ins Zentrallabor zu bringen. Um die Stichproben zur Kontrolle zu bringen, musste der Fahrer mehrere unbeschrankte Bahnübergänge passieren, so die Angaben.

„Projekte wie bei Thyssenkrupp machen sehr deutlich, welchen Mehrwert Drohnen in der Hand von professionellen Nutzern haben“, sagte der Koordinator der Bundesregierung für die Deutsche Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek.„Überall in Deutschland etablieren Innovatoren ganz neue Geschäftsmodelle rund um das Thema Drohnen. Die Bundesregierung unterstützt diesen Zukunftsmarkt, zum Beispiel durch die Förderung von Forschung und Entwicklung. Aber auch die regulatorischen Rahmenbedingungen müssen stimmen.“

1,2 Meter Spannweite

Um den Transport zu vereinfachen entwickelte das Team „Technology & Innovation“ laut Thyssenkrupp den Plan zur Anlieferung der Proben auf dem Luftweg. Als Partner fand sich den Angaben zufolge die Doks.innovaition GmbH mit dem autonomen Flugroboter delivAIRy. Mit 1,2 Metern Spannweite, einer Tragkraft von 4,5 Kilogramm und einer patentierten Technologie für autonome Lastenaufnahme, so die Angaben, braucht die Drohne für die 2,2 Kilometer lange Strecke rund sechs Minuten. Der Pkw brauche hingegen bis zu 15 Minuten oder länger.

„Auch dieses Projekt ist eines von vielen, mit denen wir das Stahlwerk der Zukunft bauen: moderner, digitaler und nachhaltiger. Dabei forcieren wir Digitalisierungsprojekte nicht um ihrer selbst willen, sondern immer dann, wenn sie uns konkrete Fortschritte bringen." Die Transportdrohne sei dafür ein exzellentes Beispiel, sagte der Vorstandsvorsitzende von Thyssenkrupp Steel Europe, Andreas Goss.

Immer im Blick

Über einen zentralen Leitstand haben zwei Mitarbeiter die Bewegungen der Drohne immer im Blick, heißt es in der Mitteilung. Sie wissen demnach genau, wo sich der Flugroboter gerade befindet. Es sei eine Pilotphase von sechs Monaten angedacht. Hierfür seien noch Fluggenehmigungen durch die Landesluftfahrtbehörde Nordrhein-Westfahlen nötig; die Verfahren hierzu laufen laut Unternehmensangaben. Falls sich der autonome Flugroboter bewährt, könne er der Mitteilung zufolge in Zukunft auch in anderen Bereichen der internen Logistik zum Einsatz kommen.

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung