Drohnen: DHL mit bayerischem Paketkopter-Test zufrieden

KEP-Dienst wertet Ergebnisse aus und denkt über Einsatz im urbanen Raum nach.
Drohne im Anflug: So sah es aus, wenn der DHL-Paketkopter die Station in Reit im Winkl anflog. (Foto: DHL)
Drohne im Anflug: So sah es aus, wenn der DHL-Paketkopter die Station in Reit im Winkl anflog. (Foto: DHL)

Der KEP-Dienstleister Deutsche Post DHL ist mit den Drohnentests in Reit im Winkl (LOGISTIK HEUTE berichtete) zufrieden und denkt über einen weiteren Einsatz nach. Das teilte der Bonner Konzern am 9. Mai in einer Pressemitteilung mit. DHL Paket habe die dritte Generation des Paketkopters von Januar bis März 2016 erfolgreich in der bayerischen Gemeinde Reit im Winkl getestet. Dabei sei es DHL gelungen, den Paketkopter direkt in die logistischen Abläufe der Paketzustellung einzubinden. Mittels einer speziell entwickelten Packstation, dem sogenannten Parcelcopter SkyPort, konnten Privatkunden in Reit im Winkl und auf der Winklmoosalm während der dreimonatigen Testphase ihre Pakete durch das automatisierte Einlegen der Sendungen in den Skyport direkt per Paketkopter versenden und empfangen. Insgesamt wurden 130 autonome Be- und Entladungen bei diesem Projekt durchgeführt, teilt DHL mit.

Höhere Traglast, weitere Entfernung

Zudem konnte das technisch weiterentwickelte Fluggerät während des Testbetriebs eine höhere Traglast, eine weitere Entfernung sowie die Belieferung einer Bergregion unter anspruchsvollen meteorologischen und geographischen Bedingungen realisieren. Nachdem die anfänglichen Herausforderungen durch schnell wechselnde Wetterbedingungen und hohe Temperaturschwankungen im Testgebiet gemeistert werden konnten, wurde laut DHL eine Reihe von Komplettflügen störungsfrei absolviert. Vom Tal bis zur Alm auf 1.200 Meter Höhe legte der Paketkopter dabei pro Strecke eine Distanz von acht Kilometern zurück. Eilige Medikamente oder kurzfristig benötigte Sportartikel konnten dabei innerhalb von acht Minuten geliefert werden – eine Abholung mit dem Auto hätte im Winter mehr als 30 Minuten gedauert.

Einsatz im urbanen Raum

„Mit dieser Kombination aus vollautomatisierter Be- und Entladung des Fluggeräts, erweiterter Flugdistanz und Traglast haben wir alle technischen und prozessualen Verbesserungen erreicht, um diese Lieferoption langfristig auch im urbanen Raum zu erproben“, sagt Jürgen Gerdes, Konzernvorstand Post - eCommerce - Parcel der Deutschen Post DHL Group. In den kommenden Monaten werde DHL Paket nun die gewonnenen Daten und Erkenntnisse gemeinsam mit dem Forschungs- und Entwicklungspartner, der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH), auswerten und im Anschluss über mögliche weitere Testgebiete entscheiden.

Nicht nur Begeisterung

Von den Tests in Reit im Winkl waren zunächst nicht alle begeistert. Nachdem sich einige Anwohner ob der Platzierung des SkyPorts Sorgen um die touristische Attraktivität der Gemeinde gemacht hatten, hatte zuletzt auch der Deutsche Hängegleiterverband seinen Unmut über die Drohnenflüge geäußert (LOGISTIK HEUTE berichtete).

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