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Drahtlostechnologie: Viel Neues an der WLAN-Front

Der neue WLAN-Standard „Wi-Fi 6“ kann an einigen Stellen auch gegenüber 5G punkten.

Ralf Koenzen, Gründer und Geschäftsführer von Lancom Systems, sieht enorme Möglichkeiten in dem WLAN-Standard Wi-Fi 6. (Foto: Lancom Systems)
Ralf Koenzen, Gründer und Geschäftsführer von Lancom Systems, sieht enorme Möglichkeiten in dem WLAN-Standard Wi-Fi 6. (Foto: Lancom Systems)
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Therese Meitinger

„Vonseiten der Politik haben wir oft gehört, dass WLAN tot sei, es gäbe jetzt ja 5G“, sagte Ralf Koenzen, Gründer & Geschäftsführer Lancom Systems, auf einem Presseroundtable am 25. Juni 2019 in München. Unter dem Motto „Quo vadis Wi-Fi?“ nahm der Netzwerkinfrastrukturausrüster das 20-jährige Gründungsjubiläum der Zertifizierungsorganisation Wi-Fi Alliance zum Anlass, einen Rück- und Ausblick auf Standard und Produkte der kabellosen Datenübertragung zu werfen. Einen weiteren Schwerpunkt bildete ein Vortrag zu „Frequenzpolitik und Regulierung“, in dem die geforderte Öffnung des 6 GHz-Band für WLAN und Standardisierung im Vordergrund stand.

Wenig überraschendes Fazit des Netzwerkausrüsters mit Hauptsitz im nordrhein-westfälischen Würselen: Die WLAN-Technologie ist keineswegs tot, sondern quicklebendig. Dies falle angesichts der in Berlin und Brüssel extrem aktiven 5G-Lobby jedoch nicht jedem auf. Lancom sei seit einiger Zeit dazu übergegangen, gemeinsam mit anderen im Wi-Fi-Umfeld aktiven Unternehmen, eigene Interessen gezielt bei unterschiedlichen Bundesministerien, der Bundesnetzagentur oder EU-Institutionen zu positionieren, berichtete Pamela Krosta-Hartl, Vice President Corporate Communications & Affairs Lancom Systems. „Dabei galt es oft, sehr grundlegende Aufklärungsarbeit zu leisten“, so Krosta-Hartl.

Mehr Datenvolumen für WLAN gefordert

Dazu zählt zum Beispiel das von Lancom verfasste Positionspapier „Erweiterung des Frequenzspektrums für Wireless LAN – Wesentlicher Baustein von Digitalisierung Gigabit-Gesellschaft“. Das Unternehmen kritisiert darin eine einseitige Frequenzpolitik zugunsten des Mobilfunks. Seit in Europa vor 15 Jahren das 5GHz-Band für WLAN verfügbar gemacht wurde, herrsche dort Stillstand in Sachen „WLAN-Frequenzen“.

In Deutschland dürfen WLAN-Geräte ein lizenzfreies Spektrum im 2,4- und 5 Gigahertz-Band nutzen – doch das Spektrum von 538,5 Megahertz, das in Deutschland zur Verfügung steht, müsste sich das WLAN diese ISM-Bänder mit weiteren Funktechnologien teilen; zugleich greifen innerhalb des Spektrums Restriktionen. Das Datenvolumen für den Mobilfunk werde hingegen ständig erweitert. Um das volle Potenzial der WLAN-Technologie im Internet der Dinge nutzen zu können, fordert das Unternehmen die Freigabe des Frequenzspektrums im 6 Gigahertz-Band für WLAN.     

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Für wichtig hält Lancom diese Erweiterung auch im Hinblick auf den neuen Drahtlos-Standard „Wi-Fi 6“, den die für Kompatibilität von technischen Produkten zuständige Wi-Fi Alliance synonym zum Standard „IEEE 802.11ax“ der IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) verwendet. Dieser neue Standard biete neue Möglichkeiten bei der Bedienung in High-Density-Umgebungen, erklärte in München Michael Müller, VP WLAN und Switches Lancom Systems. Wi-Fi 6 sorge in Gebieten mit einer hohen Anzahl von WLAN-Clients, etwa bei IoT-Geräten, dafür, Kollisionen beim gleichzeitigen Einsatz dieser Clients zu reduzieren. Hier kann Wi-Fi 6 nach einer Untersuchung der Broadband Alliance von 2018 sogar besser performen als 5G. Laut der Studie weist der Standard gegenüber 5G auch eine geringere Latenz auf.

Fahrgemeinschaft für Daten

Zudem soll Wi-Fi 6 einen höheren Gesamtdurchsatz als der Vorgängerstandard Wi-Fi 5 möglich machen. Darüber hinaus weist er nach Angaben der Wi-Fi-Alliance eine geringere Latenzzeit auf und nutzt Frequenzbänder und Kanäle vergleichsweise effizienter. „Das funktioniert unter anderem, weil Datenpakete eine Art Fahrgemeinschaft bilden“, erklärte Michael Müller. Oder anders gesagt: „Orthogonal Frequency Division Multiple Access“ (OFDMA) teilt einen Frequenzbereich eines WLAN-Kanals innerhalb einer Zeiteinheit in Frequenzblöcke auf, sodass Unterkanäle (Sub Carrier) entstehen.     Die bis zu 2 Megahertz schmalen Sub Carrier blockieren bei kleinen zu übertragenden Datenmengen nicht alleine den Kanal – ein Vorteil bei IoT-Anwendungen, in denen viele Entitäten oft geringe Datenmengen transferieren.

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