Diskussion: Initiative „Power of Logistics“ trifft auf Resonanz

Beim Panel "Logistikimmobilien - ein Beitrag zur Energieautarkie" wurde klar, welche Möglichkeiten die Energieerzeugung in diesen Gebäuden in der aktuellen Situation bietet.

Beim Panel "Logistikimmobilien - ein Beitrag zur Energieautarkie" diskutierten (v.l.n.r.) Alexander Decker, Tilo Nahrath, Moderator Matthias Pieringer, Kuno Neumeier und Richard Schneider. (Bild: BVL)
Beim Panel "Logistikimmobilien - ein Beitrag zur Energieautarkie" diskutierten (v.l.n.r.) Alexander Decker, Tilo Nahrath, Moderator Matthias Pieringer, Kuno Neumeier und Richard Schneider. (Bild: BVL)
Gunnar Knüpffer

Welche Hürden noch zu überwinden sind, bis Logistikimmobilien ihren Beitrag zur Energieversorgung leisten können, wurde auf dem Deutschen Logistik-Kongress in einer Diskussion mit dem Titel „Logistikimmobilien – ein Beitrag zur Energieautarkie“ klar. Demnach fehlen vor allem noch Daten zur Energieerzeugung in Logistikimmobilien sowie Standards für die Erfassung, stellten die Teilnehmer der Diskussion, die von LOGISTIK HEUTE-Chefredakteur Matthias Pieringer moderiert wurde, fest.

Kuno Neumeier, CEO der Logivest Gruppe und Sprecher des BVL Themenkreises Logistikimmobilien, stellte in seinem Einführungsvortrag die Initiative „Power of Logistics“ vor. Die neue Initiative des Themenkreises Logistikimmobilien möchte zeigen, wie die Logistik nicht nur den eigenen Strombedarf decken kann, sondern durch ausgedehnte PV-Anlagen auf Lagerhallen, Windräder in Gewerbeparks, Blockheizkraftwerke und Wasser-Wärmepumpen das Thema Energieautarkie auch für Kommunen und Gemeinden voranbringen kann. Sie will Logistikinitiativen aus ganz Deutschland sowie Stakeholder aus der Logistik- und Logistikimmobilienbranche vereinen mit dem Ziel, die Logistik langfristig als Versorger von nachhaltiger Energie zu etablieren und gemeinsam das Thema Energiewende anzugehen. Im Fokus stehen dabei die Themen „Ausbau regenerativer Energien“ und „Nutzung von überschüssigen Kapazitäten aus der Logistik“.

Wie Neumeier berichtete, konnte die Initiative gerade einen Erfolg verbuchen. So habe sich ein Vertreter des Bundeswirtschaftsministeriums bei „Power of Logistics gemeldet“ und gefragt, wie sie die Initiative unterstützen können. Möglicherweise werden am Donnerstag bereits Gespräche auf dem Kongress stattfinden.

Welches Potenzial die Energieerzeugung durch Logistikimmobilien hat, machte derweil Tilo Nahrath, Geschäftsführer von RE.source Projekts und einer der Sprecher von Power of Logistics, klar. Demnach könnten diese in Deutschland 2,5 Terawattstunden erzeugen. Mit dieser Energie könnten laut Nahrath alle in Deutschland zugelassenen Elektrofahrzeuge ein Jahr lang 18.000 Kilometer fahren.

Um diese Möglichkeiten zu nutzen, müssten alle an einer Logistikimmobilie beteiligten Stakeholder einbezogen werden, sagte Richard Schneider, Geschäftsführer der Fabrikon GmbH, Kassel. Nur dann könne die Initiative erfolgreich sein.

Und laut Alexander Decker, Director Asset Management bei LIP Invest, ist es wichtig, ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen. Bei LIP Invest spiele das Thema Nachhaltigkeit und ESG eine große Rolle.

„Deshalb ist das Thema Verbrauchsdaten für uns wichtig, um unseren CO2-Abdruck zu ermitteln“, erläuterte Decker.

Aus diesem Grund sollte für die Verbrauchsdatenabfrage ein Standard geschaffen werden. Damit hätten der Investor und der Nutzer einen Vorteil.

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