Digitalisierung: Potenziale im C-Teile-Management

Würth Industrie Service stellt LogiMAT-Neuheiten im Bereich Produktions- und Betriebsmittelversorgung vor.

Ganzheitliches Datenmanagement durch „CPS miSELF“ in Verbindung mit der Plattform „WIS-Portal“ von Würth. (Foto: Archiv Würth Industrie Service)
Ganzheitliches Datenmanagement durch „CPS miSELF“ in Verbindung mit der Plattform „WIS-Portal“ von Würth. (Foto: Archiv Würth Industrie Service)
Melanie Endres

Raus aus dem Datendschungel, nie wieder Zettelwirtschaft, Schluss mit dem kreativen Chaos: Wie sich permanente Material- und Prozesssicherheit, schnellere Reaktionszeiten in der Beschaffung, eine transparente Versorgung mit direkten und indirekten Materialien sowie ein ganzheitliches Datenmanagement realisieren lassen, all dies wäre zentrales Thema auf dem Messestand des C-Teile-Partners Würth auf der LogiMAT 2020 gewesen, wie das Unternehmen kürzlich vermeldete. Folgende neuen Lösungen sowie die bestehenden Systeme im Bereich der Produktions- und Betriebsmittelversorgung hätte die Würth Industrie Service auf ihrem Stand auf der LogiMAT 2020 vorgestellt.

Lagerinformationssystem „CPS miSELF“

Die digitalisierte Bestellung, Verwaltung und das Handling von Produktions- und Betriebsmitteln werden immer zentralere Themen, so Würth. Hier setzt „CPS miSELF“ in Verbindung mit der Plattform „WIS-Portal“ der Würth Industrie Service als vollumfängliches Lagerinformationssystem und ganzheitliches Datenmanagement an, so Würth. Dahinter steckt den Unternehmensangaben zufolge ein innovatives Konzept mit dem nicht nur Würth Artikel wie Schrauben, Scheiben, Muttern oder Schutzausrüstung, Chemieprodukte und Werkzeuge, sondern auch Würth-fremde Artikel in der vorhandenen Systemwelt und mit bestehenden Technologien von Würth zu verwalten sind. Damit bietet Würth Industrie Service eine Plattform, „mit der Anwender ihre gesamte Supply Chain digitalisieren und transparenter gestalten können“, heißt es in der Mitteilung.

Innovative RFID-Palettenbox

Innerhalb der Produktionsmittelversorgung erweitert Würth das Portfolio der Systemlösungen mit einer Studie zur neu entwickelten RFID-Palettenbox. Im Vergleich zu den bisher eingesetzten RFID-Modulen „iBOX“ und „iBOX flex“ handelt es sich nicht um ein geschlossenes System mit Deckel zur automatischen Bestellauslösung, sondern um ein offenes System. Die „Palette“ scannt permanent ihre Umgebung und sucht nach neuen RFID-Tags für die Bedarfsübermittlung, die entsprechend platziert werden, so die Angaben. Ein Display in Kombination mit vier LEDs soll den Status innerhalb der Kanbanversorgung anzeigen. Die „Palette“ soll ein Fassungsvolumen von 160 RFID-Tags haben, was maximal zehn Behälterebenen entspricht.

Automatensystem mit integrierter Wiegetechnik

Im Bereich der indirekten Materialversorgung setzt Würth Industrie Service seit neuestem laut Eigenangaben auf den Einsatz innovativer Wiegetechnik. Der „ORSY mat WGT“ basiert nach Herstellerangabe auf präzisen Wiegezellen, die das Gewicht der Produkte speichern und dadurch eine Artikelentnahme erkennen. Durch den Einsatz dieser Technologie können der Mitteilung zufolge einzelne Artikel, unabhängig von der Verpackungseinheit entnommen werden. Zudem bestehe die Möglichkeit mehrere Artikel gleichzeitig aus dem Automaten zu entnehmen – wie bei einem gewöhnlichen Materialschrank. Durch Wiegezellen in unterschiedlichen Größen eigne sich das Wiegesystem für die Verwaltung von nahezu allen Hilfs- und Betriebsstoffen. Auch großvolumige Artikel wie Schutzanzüge, Lederhandschuhe oder große Schleifscheiben können laut Würth durch den Einbau großer Wiegezellen gelagert werden. Maximal biete ein Automat Platz für 80 unterschiedliche Artikel. Um unerwünschte Zugriffe zu vermeiden, sei der ORSYmat WGT zugriffsgesichert und ermögliche die Hinterlegung unterschiedlicher Berechtigungen. Die Anmeldung und Entnahme erfolgt laut Angaben durch RFID-Karten, die bei allen Automaten eingesetzt werden können.

Studie zum neuen Kabelautomat

Abgerundet wird das Unternehmensportfolio durch eine Studie zum neuen Kabelautomat, „ORSY mat CBL“. Idee dahinter sei es, für die spezifischen Produktgruppen Kabel, Leitungen, Litzen und Installationsmaterial ein automatisiertes Versorgungskonzept von der Belieferung über die Lagerung und Bevorratung bis hin zur vollautomatischen Nachbestückung anzubieten. Der Kabelautomat basiert dabei nach Würth-Angaben auf einem Längen-Messsystem und eignet sich für die Ausgabe der Produkte in einem Durchmesser von drei Millimeter bis 16 Millimetern auf Spulen und Kartonagen. So soll das Spektrum der Automatenmodelle für Hilfs- und Betriebsstoffe noch weiter für individuelle Kundenbedarfe ausgebaut sowie für die Zukunft gestärkt werden.

Printer Friendly, PDF & Email