Digitaler Lieferschein: Schluss mit Papier und Stift

Der digitale Lieferschein soll den Warenverkehr in Fahrt bringen – Bundesvereinigung Logistik (BVL) und GS1 Germany erläuterten auf dem Deutschen Logistik-Kongress 2021 das Projekt.

Scan des QR-Codes zum Abruf des digitalen Lieferscheins im Wareneingang. (Foto: Rewe)
Scan des QR-Codes zum Abruf des digitalen Lieferscheins im Wareneingang. (Foto: Rewe)
Matthias Pieringer

Lieferscheine auf Papier werden manuell weitergereicht und bearbeitet. Der digitale Lieferschein soll jetzt Schluss machen mit Papier und Stift: Am Eröffnungstag des Deutschen Logistik-Kongresses, der vom 20. bis 22. Oktober in Berlin stattfindet, haben die Bundesvereinigung Logistik (BVL) und die Standardisierungsorganisation GS1 Germany ihr Vorhaben gemeinsam mit Rewe als beispielhaften Nutzer präsentiert. 20 Unternehmen aus Konsumgüterindustrie, Handel und Logistikdienstleistung hatten im August und September vier Wochen lang den digitalen Lieferschein im Rahmen eines Pilotprojekts in Kooperation mit T-Systems getestet.

68 Prozent der befragten Anwenderinnen und Anwender würden die standardisierte Branchenlösung zur digitalen Abwicklung von Lieferscheinen gerne weiternutzen, wie die BVL verlauten ließ. Denn die Dauer einzelner Lieferprozesse habe sich um bis zu zehn Tage verkürzt.

Kontaktlose Übergabe

Im Projektverlauf gefielen den Teilnehmenden demnach besonders die kontaktlose Übergabe des Dokuments mithilfe des QR-Code-Scans, die digitale Unterschrift sowie die Einsparung des Lieferscheindrucks. Sie begrüßten laut BVL außerdem, dass die Qualität des Belegs nicht durch mehrere manuelle Durchläufe leidet. „Der digitale Lieferschein ist ein wichtiger Baustein für durchgängig digitale Geschäftsprozesse in der Transportlogistik“, so Dr. Christian Grotemeier, Geschäftsführer der BVL.

GS1 Standard GDTI

In Zukunft soll jeder Partner in der Lieferkette digital auf seine Lieferscheine zugreifen, sie kommentieren und mit einer Unterschrift quittieren können. Betrieben wird der digitale Lieferschein als Web-App in der Open Telekom Cloud. Als ersten Schritt hinterlegen die verladenden Unternehmen die Lieferscheine digital. Damit das digitale Dokument eindeutig der jeweiligen Lieferung zugeordnet werden kann, nutzen sie den GS1 Standard GDTI (Global Document Type Identifier).

Zugriff über die Cloud

Beim Verladen scannt der Fahrer einen QR-Code mit seiner Smartphone-Kamera. Er erhält so einen zeitlich begrenzten, sicheren Zugriff auf den digitalen Lieferschein in der Cloud. Dieser enthält ebenfalls einen QR-Code. Er wird bei Anlieferung vorgezeigt. Der Empfänger scannt den angezeigten QR-Code vom Handy des Fahrers und bestätigt elektronisch den Erhalt der Ware. Damit lassen sich die nachfolgenden Schritte, wie die Erstellung von Ablieferbeleg und Abrechnungen an Händler und Spediteur, direkt anstoßen. Nach Auswertung des Pilotprojektes wird der digitale Lieferschein nun weiterentwickelt. Zudem entsteht eine GS1-Anwendungsempfehlung, die Unternehmen bei der Umsetzung unterstützen soll.

„Alle Beteiligten haben nur Vorteile“, machte Birgit Heitzer, Leiterin Logistik bei der Rewe Group, deutlich. Der digitale Lieferschein solle 2022 in die Umsetzung gebracht werden, sagte BVL-Geschäftsführer Grotemeier. Ziel sei es, möglichst viele Unternehmen für den digitalen Lieferschein zu begeistern.

Printer Friendly, PDF & Email