DHL Trend Report: Vier Möglichkeiten, die Lieferkette zu diversifizieren

Der Report benennt Multi-Shoring, Fertigungs- und Lieferantennetzwerk, Verkehrsträger sowie Logistikbetriebe als Dimensionen, um Lieferketten widerstandsfähiger und nachhaltiger zu machen.

Der DHL Trend Report mit dem Titel „Diversifizierung der Lieferkette“ definiert den dahinter stehenden Prozess neu und legt ein vielseitiges Modell dafür vor. (Symbolbild: TMLsPhotoG / AdobeStock)
Der DHL Trend Report mit dem Titel „Diversifizierung der Lieferkette“ definiert den dahinter stehenden Prozess neu und legt ein vielseitiges Modell dafür vor. (Symbolbild: TMLsPhotoG / AdobeStock)
Therese Meitinger

Angesichts der jüngsten Entwicklungen, wie etwa geopolitischer Krisen, richtet sich die Aufmerksamkeit von Unternehmen zunehmend auf die Diversifizierung ihrer Lieferketten. Der Logistikdienstleister DHL sowie Experten aus der Wissenschaft haben im aktuellen DHL Trend Report mit dem Titel „Diversifizierung der Lieferkette“ eine neue Definition sowie ein vielseitiges Modell für diesen Prozess vorgelegt, wie eine Pressemitteilung vom 13. Juni berichtet.

Die Diversifizierung der Lieferkette müsse proaktiv erfolgen, indem Unternehmen eine oder mehrere risikominimierende Dimensionen in ihre Lieferketten integrierten, heißt es vonseiten des Anbieters. Dazu gehören den Studienautoren zufolge Multi-Shoring-Liefernetze, Multi-Sourcing, parallele Verkehrsträger sowie gleichzeitige beziehungsweise redundante Logistikoperationen. Der Bericht enthält außerdem konkrete Fallbeispiele von Kunden, anhand derer Unternehmen ihren Diversifizierungsgrad bewerten und eine geeignete Strategie entwickeln können.

„Die Ereignisse der vergangenen Jahre haben deutlich gemacht, wie wichtig belastbare Lieferketten sind und dass Unternehmen ihre globalen Lieferketten entsprechend anpassen müssen“, betont Katja Busch, Chief Commercial Officer und Head of DHL Customer Solutions & Innovation. „Bei DHL wollen wir unsere Kunden dabei unterstützen, auf nachhaltige Weise widerstandsfähig zu bleiben, indem wir maßgeschneiderte Lösungen anbieten, bewährte Verfahren teilen und kooperative Initiativen fördern.“

„Dieser jüngste DHL Trend Report unterstreicht unser Ziel, bei den Trends in der Lieferkette an vorderster Front zu stehen, um unsere Kunden, aber auch Unternehmen in allen Branchen zu helfen“, fügt Klaus Dohrmann, Vice President and Head of Innovation and Trend Research bei DHL Customer Solutions & Innovation, hinzu. „Wir statten Unternehmen mit den neuesten Forschungsergebnissen, unserer Branchenexpertise, Tools und Logistiklösungen aus. Damit können sie ihre Widerstandsfähigkeit stärken, ihre Agilität fördern, ihre Nachhaltigkeit verbessern und so ihren Wettbewerbsvorteil ausbauen.“

Dimensionen zur Diversifizierung der Lieferkette

In dem neuen Modell, das DHL in Zusammenarbeit mit dem emeritierten Professor Richard Wilding OBE, einem der weltweit führenden Experten für Logistik und Supply-Chain-Management, entwickelt hat, werden vier Dimensionen zur Diversifizierung der Lieferkette dargestellt:

Dimension 1 – Multi-Shoring: Dies beinhaltet die Verteilung von Produktions- und Zulieferstandorten auf verschiedene Regionen oder Länder, um Produktionsrisiken zu minimieren. Dazu gehört auch die Vervielfältigung von Fertigungskapazitäten und die Nutzung desselben Lieferanten an verschiedenen Standorten.

Dimension 2 – Fertigungs- und Lieferantennetzwerk: Erweiterung des Netzwerks um redundante Lieferanten und Produktionskapazitäten zur Bewältigung finanzieller und betrieblicher Risiken.

Dimension 3 – Verkehrsträger: Gleichzeitige Nutzung mehrerer Transportmittel, die alle Transportabschnitte abdecken, einschließlich der ersten Meile, der Fernstrecke und der letzten Meile, um die Routen zu diversifizieren und das Ausfallrisiko zu verringern.

Dimension 4 – Logistikbetrieb: Erweiterung der logistischen Infrastruktur zur Einbeziehung zusätzlicher Funktionen wie etwa Drehkreuze, Lager sowie Distributionszentren. Dies kann bedeuten, dass redundante Kapazitäten in der Nähe hinzugefügt und bestimmte Logistikaktivitäten zur Diversifizierung ausgelagert werden.