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DHL Paketkopter: Flugbetrieb zur Nordseeinsel Juist

Erste Genehmigung für autonome Transportflüge per Kopter in Europa erteilt.
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Redaktion (allg.)

In Kürze startet die Bonner Posttochter DHL Express Germany GmbH ein Pilotprojekt auf der Nordseeinsel Juist: Erstmals erfolgt dort der Transport von Medikamenten oder anderen dringend benötigten Gütern zu bestimmten Uhrzeiten mit dem „Paketkopter". Damit setzt die Paketsparte des Postkonzerns das im Dezember letzten Jahres begonnene Forschungsprojekt fort (LOGISTIK HEUTE berichtete).

Um erstmals in Europa ein unbemanntes Luftfahrzeug ohne direkten Sichtkontakt eines Piloten in einem echten Anwendungsfall zu betreiben, hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Abstimmung mit der Deutschen Flugsicherung (DFS) ein exklusives Flugbeschränkungsgebiet eingerichtet. Neben der Inselgemeinde Juist und der Stadt Norden hat auch die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer den Einsatz des Kopters genehmigt.

Seit dem Jungfernflug im vergangenen Dezember, bei dem Arzneimittel von einem Bonner Rheinufer zum anderen geflogen wurden, haben die beiden Forschungs- und Entwicklungspartner, das Institut für Flugsystemdynamik der RWTH Aachen und die Microdrones GmbH, die Flugdauer, Flugreichweite und Geschwindigkeit weiter optimiert, um den speziellen Herausforderungen wie Wind und Seewetter an der Nordseeküste gerecht zu werden, teilt DHLmit.

Die Starts vom Festland finden auf dem Hafengelände in Norddeich statt. Die Landung erfolgt auf der Insel Juist auf einem speziell für den Kopter vorgesehenen Start- und Landeplatz. Von dort wird die Ware durch den DHL-Zusteller an den adressierten Empfänger zugestellt.

Bis zur Insel Juist legt der Paketkopter per Autopilot rund zwölf Kilometer für einen Weg zurück. Aus Sicherheitsgründen wird der Roboter während seines Flugs von einer mobilen Bodenstation in Norddeich ständig überwacht, die im ständigen Kontakt zur Flugsicherung steht.

In einer Flughöhe von rund 50 Metern legt der Kopter je nach Wind bis zu 18 Meter pro Sekunde zurück und wird vor allem Arzneimittel an Wochentagen und Wochenenden zu ausgesuchten Zeiten vom Festland zur Insel Juist bringen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Zeiten, in denen keine alternative Infrastruktur per Flugzeug oder Fähre verfügbar ist.

Damit die Ware beim Transport optimal gesichert ist, hat DHL einen speziellen Lufttransportbehälter entwickelt, der extrem leicht sowie wetter- und wasserfest ist. Die Arzneimittel können Urlauber und Inselbewohner in der Seehund-Apotheke auf der Insel Juist bestellen, mit der DHL für dieses Pilotprojekt zusammenarbeitet.

Konkrete Einsatzpläne für den Regelbetrieb von Paketkoptern in der Paketzustellung hat DHLnach eigenen Angaben derzeit nicht. Sofern technisch realisierbar und ökonomisch sinnvoll, sei in der Zukunft ein Einsatz von Paketkoptern für die Zustellung besonders eiliger Güter in dünn besiedelten oder schlecht erreichbaren Gebieten sowie bei der Notfallversorgung denkbar, heißt es aus Bonn.

(akw)
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