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Deutscher Logistik-Kongress 2019: BVL fordert Mut in wirtschaftlich schwierigen Zeiten

Trotz dynamischer Entwicklung blickt der Wirtschaftsbereich sorgenvoll in die konjunkturelle Zukunft.

Robert Blackburn sprach in seiner Eröffnungsrede über das Kongressmotto "Mutig machen". (Foto: Sandra Lehmann)
Robert Blackburn sprach in seiner Eröffnungsrede über das Kongressmotto "Mutig machen". (Foto: Sandra Lehmann)
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Sandra Lehmann

Erfolg sei im Wesentlichen von Mut abhängig: Mit diesen Worten eröffnete Robert Blackburn, Vorstandsvorsitzender der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL), am 23. Oktober 2019 den Deutschen Logistik-Kongress, der noch bis zum 25. Oktober in Berlin stattfindet.

„Courage ist eine Mischung aus Selbstvertrauen und Entschlossenheit. Sie ist gleichzeitig ein gutes Mittel gegen sich selbst erfüllende Prophezeiungen – vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten“, so Blackburn gegenüber den rund 3.099 Teilnehmern des Kongresses.

Damit ging der BVL-Vorstand vor allem auf die derzeitigen konjunkturellen Sorgen der Logistikwirtschaft ein, die aus Blackburns Sicht zum großen Teil auf weltwirtschaftliche Unsicherheiten infolge schlechter Politik zurückzuführen sind. Das gelte insbesondere für die ungelösten und sich ausweitenden Handelskonflikte sowie für den Brexit und seine möglichen Folgen für Europa.

Skepsis bei Logistikern

Was den mittelfristigen Geschäftsverlauf angeht, zeigen sich die Logistiker nach Angaben der BVL dementsprechend skeptisch. Dies dokumentiere der Logistik-Indikator der BVL, der im September für das dritte Quartal veröffentlicht worden ist. Obwohl die Geschäftslage im expansiven Bereich verharre, rutschte das Geschäftsklima erstmals seit sechs Jahren unter die neutrale 100er-Marke ab. Grund dafür sind der Vereinigung zufolge die Erwartungen von Logistikdienstleistern, Industrie und Handel, die im kontraktiven Bereich liegen. Der Kurvenverlauf habe Ähnlichkeit mit dem vor der großen Krise 2008/2009, nur dass er nicht so steil sei.

Krise ist Realität

Wie Blackburn anlässlich einer Pressekonferenz auf dem DLK sagte, sei die Konjunkturschwäche längst nicht mehr nur ein theoretisches Konstrukt, sondern bereits in den Unternehmen der Logistikwirtschaft und Industrie angekommen. „Mit dieser Realität müssen wir uns aktiv auseinandersetzen.“ Dazu sei es notwendig sich zu fragen, wie man künftig mit nationalen und internationalen Egoismen, begrenzten Mitteln und mangelnder Akzeptanz der Logistik in der Öffentlichkeit umgehen möchte. Antworten auf diese Fragen müssen Blackburn zufolge nicht zwingend im Externen zu finden sein:

„Die Zukunft der Logistik liegt in uns selbst“, so der Manager auf dem DLK.

Stabiles Wachstum prognostiziert

Zum Jahresende 2019 könne der Wirtschaftsbereich voraussichtlich zum neunten Mal hintereinander ein stabiles Wachstum von zwei Prozent vermelden. Die Basis dafür wurde in den beiden ersten Quartalen gelegt, so die BVL. Die Hochrechnung der Logistikweisen für den Umsatz lautet: 279 Milliarden Euro (2018: 274 Milliarden Euro) bei einer stabilen Beschäftigungszahl von etwa mehr als 3,2 Millionen Menschen. Bei der Prognose für 2020 geht das Gremium der Logistikweisen von 2,2 Prozent Wachstum aus.

Logistik treibt Digitalisierung

Dabei gäbe es aus Sicht von Blackburn noch unerschlossene Potenziale in der Logistik. So sieht der BVL-Vorstandsvorsitzende den Wirtschaftszweig als treibende Kraft der Digitalisierung und als Schlüsselfunktion der Zukunft. Sie könne die gestaltende Kraft auf vielen wirtschaftlichen Feldern sein – in den Unternehmen selbst und über Unternehmensgrenzen hinaus.

„Der Informations-, Daten- und Güteraustausch wird unternehmensübergreifend und multimodal stattfinden. Logistikprozesse werden über Plattformen vernetzt, also transparenter, agiler, resilienter und nachhaltiger sein“, erklärte Blackburn.

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