DB Cargo: GDL bestreikt Schienengüterverkehr ab 9. Januar um 18 Uhr

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) fordert ihre Mitglieder bei der Deutschen Bahn AG, bei Transdev und bei der City Bahn Chemnitz auf, ihre Arbeit niederzulegen. Im Personenverkehr geht der Streik vom 10. Januar um 2 Uhr bis zum 12. Januar um 18. Uhr.

Die GDL startet mit der Arbeitsniederlegung bei DB Cargo bereits am 9. Januar. Der Personenverkehr ist ab 10. Januar ab 2 Uhr betroffen. (Bild: Deutsche Bahn, Volker Emersleben)
Die GDL startet mit der Arbeitsniederlegung bei DB Cargo bereits am 9. Januar. Der Personenverkehr ist ab 10. Januar ab 2 Uhr betroffen. (Bild: Deutsche Bahn, Volker Emersleben)
Gunnar Knüpffer

Ab 9. Januar 2024 um 18 Uhr beginnt bereits ein Streik bei DB Cargo. Das kündigte die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am 7. Januar auf ihrer Website an. Sie ruft die GDL-Mitglieder bei der Deutschen Bahn AG, bei Transdev und bei der City Bahn Chemnitz auf,  generell ihre Arbeit vom 10. Januar um 2 Uhr bis zum 12. Januar um 18 Uhr niederzulegen.

Laut GDL habe der DB-Konzern den Weihnachtsfrieden nicht genutzt, um mit einem verhandlungsfähigen Angebot Arbeitskampfmaßnahmen entgegenzuwirken. Denn das Angebot der DB beinhalte für eine mögliche Sockelbeitragserhöhung keine konkrete Summe und bleibe nebulös. Die DB biete eine nachhaltige Entgelterhöhung nur für die bisher von der GDL tarifierten Arbeitnehmer an und nenne auch dabei keine konkrete Summe. Auch bei der Arbeitszeit biete die DB nur für die bisher von der GDL tarifierten Arbeitnehmer an, eine individuell gewünschte Arbeitszeitverringerung mit entsprechendem Lohnverzicht umsetzen zu können. Zudem soll nur für diesen Personenkreis über eine Inflationsausgleichsprämie verhandelt werden.

Laut einer Pressemitteilung der Deutschen Bahn vom 7. Januar wird es auch im Schienengüterverkehr zu „massiven Einschränkungen für Industrie und Wirtschaft“ kommen.

Bei einem längeren Streik könnte nach Angaben des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) vom 5. Januar die Versorgungssicherheit der Industrie und des Handels leiden, insbesondere bei kritischen Infrastrukturen wie Kraftwerken. Viele Industriezweige wie Energieerzeugung, Chemie und Stahl, aber auch der Kombinierte Verkehr mit seiner hohen Bedeutung für den Handel seien auf die Gütertransporte per Bahn angewiesen.

Wie beim vergangenen Streik will die DB für den Fernverkehr einen Notfahrplan mit einem stark reduzierten Angebot an Fahrten anbieten. Für diese Fahrten setzt die DB längere Züge mit mehr Sitzplätzen ein, um möglichst viele Menschen an ihr Ziel bringen zu können. Dennoch könne eine Mitfahrt nicht garantiert werden.

Im Regionalverkehr ist es das Ziel der DB, ein stark reduziertes Angebot zu fahren. In welchem Umfang dies möglich sei, unterscheide sich regional stark. In jedem Fall werde es auch im Regionalverkehr massive Einschränkungen geben.

Die Deutsche Bahn kritisierte den neuerlichen GDL-Streik scharf und kündigte an, umgehend Rechtsmittel einlegen, um ihn zu stoppen. „Einen entsprechenden Eilantrag auf einstweilige Verfügung wird die DB beim Arbeitsgericht Frankfurt am Main einreichen", teilte die DB ebenso am 7. Januar mit.
 
„Dieser Streik ist nicht nur absolut überflüssig, sondern wir halten ihn auch rechtlich für nicht zulässig“, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler.

Denn die Lokführergewerkschaft habe ihre Tariffähigkeit durch die Gründung ihrer Leiharbeiter-Genossenschaft verloren. Die GDL ziehe ihre Fahrgäste damit ohne Legitimation und ohne Grund in Mitleidenschaft.

Neben der 35-Stunden-Woche in einer 4-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich will die GDL laut DB zum Beispiel 555 Euro Lohnerhöhung im Monat, eine Erhöhung der Zulagen um 25 Prozent, 67 Prozent mehr betriebliche Altersvorsorge und die Ausweitung ihres Organisationsbereichs in die Infrastruktur. Des Weiteren fordere die GDL, die DB solle das Tarifeinheitsgesetz (TEG) nicht anwenden.

Bereits Ende August hat der Konzern einen Tarifabschluss mit der EVG erzielt. Dieser kommt für rund 180.000 Beschäftigte in rund 500 Berufen zur Anwendung.