Datennutzung: Deutsche Wirtschaft fürchtet Rechtsunsicherheiten

Neben juristischen Unklarheiten sehen deutsche Unternehmen laut einer DIHK-Umfrage mangelnde Datenqualität und fehlendes Know-how als größten Hemmschuh bei der Datennutzung.

Der rechtliche Durchblick in Sachen Daten fehlt in deutschen Unternehmen oft noch, so eine DIHK-Umfrage. (Foto: JürgenFälchle / Fotolia)
Der rechtliche Durchblick in Sachen Daten fehlt in deutschen Unternehmen oft noch, so eine DIHK-Umfrage. (Foto: JürgenFälchle / Fotolia)
Therese Meitinger

Rechtliche Unsicherheiten sind für Deutschlands Betriebe das größte Problem bei der stärkeren Nutzung von Daten. Zu diesem Ergebnis gelangt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in einer Sonderauswertung der bundesweiten IHK-Digitalisierungsumfrage unter 4.300 Unternehmen aller Größenklassen, die am 22. Februar veröffentlicht wurde. Danach fühlen sich 57 Prozent der Unternehmen durch „datenschutzrechtliche Hemmnisse“ bei der Datennutzung behindert.

„Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen werden überproportional stark belastet“, sagt DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. „Hier sind vereinfachte Vorschriften oder Ausnahmeregelungen dringend erforderlich.“ 

Hinzu kommen aus Sicht der in der Umfrage befragten Unternehmen weitere juristische Unklarheiten, zum Beispiel über Art und Umfang von Nutzungsrechten, die für 38 Prozent eine Herausforderung darstellen. Ebenso viele führten „technische Hürden“ ins Feld. Jeweils 36 Prozent gaben „mangelnde Datenqualität“ und „fehlendes Know-how“ an.

Daten zentral für wirtschaftliches Wachstum

Die zentrale Rolle, die Daten für wirtschaftliches Wachstum haben, sehen die meisten Unternehmen unbestritten. 60 Prozent der Betriebe bezeichneten in der Umfrage den gezielten Einsatz von Daten als „sehr wichtig“ für ihre eigene Unternehmensentwicklung, weitere 31 Prozent als „wichtig“. Neun von zehn Betrieben gingen davon aus, dass sie künftig stärker mit Daten arbeiten werden. 71 Prozent der Unternehmen setzen ihre Daten der Umfrage zufolge dafür ein, um ihre Kundenbeziehungen zu verbessern. 70 Prozent nannten als Motiv die Optimierung von Geschäfts- und Produktionsprozessen.  

Mit großem Interesse blicken die deutschen Unternehmen deshalb nach den Worten von DIHK-Geschäftsführer Wansleben auf den europäischen „Data Act“. Dieser wurde am 23. Februar vonseiten der EU-Kommission vorgestellt. Damit sollen – ohne bestehende Datenschutzstandards (DSGVO) anzutasten – die Möglichkeiten der Datennutzung verbessert werden und der Umgang mit Daten von vernetzten Geräten klar geregelt werden.

„Wir unterstützen im Interesse der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung, dass Daten mehr genutzt werden“, so Wansleben. „Das macht zusätzlich deutlich, dass Unternehmen verlässliche Spielregeln brauchen. Notwendige Grenzen bei der Offenlegung von Daten sehen wir bei der Sicherheit und dem Schutz von Geschäftsgeheimnissen. Unternehmen müssen sich darauf verlassen können, dass die Grundlage ihres Geschäftsmodells geschützt wird.“

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