Covid-19: Österreich nutzt digitale Impfstoff-Beschaffung

Eine digitale Bestellplattform soll in einer dezentralen Verteilstrategie Versorgungssicherheit gewährleisten.

Die Verteilung der Impfstoffe verantwortet in Österreich die Bundesbeschaffung GmbH. (Foto: Andreas Prott / AdobeStock)
Die Verteilung der Impfstoffe verantwortet in Österreich die Bundesbeschaffung GmbH. (Foto: Andreas Prott / AdobeStock)
Therese Meitinger

In Österreich können berechtigte Impfstellen aktuell die Corona-Schutzimpfung online über den zentralen Impf-e-Shop der Bundesbeschaffungsgesellschaft (BBG) bestellen. Laut einer Pressemitteilung vom 29. Januar kommt dabei die Beschaffungs-Plattform des E-Procurement-Spezialisten Veenion zum Einsatz. Mit dieser würden in Österreich jährlich über zwei Millionen Produkte und Leistungen und ein öffentliches Beschaffungsvolumen von mehr als einer Milliarde Euro abgewickelt, gibt der Anbieter an. Komplett digital läuft demzufolge nun auch der Bestell- und Lieferprozess für die Corona-Schutzimpfung.

Seit dem Impfstart Ende 2020 fungiert der Pressemitteilung zufolge der BBG als das Bindeglied zu den Impfstellen in den Bundesländern in Österreich, über die die Bevölkerung nach der Impfstrategie des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz geimpft wird. Geimpft wird dezentral. Auch Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser organisieren ihre Impftermine lokal und in Abstimmung mit den jeweiligen Impfkoordinatoren der Bundesländer.

Transparenz über Kontingente

Eine ausgeklügelte Verteillogistik der BBG-Shop gewährleiste trotz Dezentralität eine hohe Versorgungssicherheit, gibt Veenion an: Im Impf-e-Shop sehen die bestellberechtigten Impfstellen laut Anbieter, welches Kontingent für ihre Region aktuell zur Verfügung steht und können die Anzahl der benötigten Dosen zum Wunschtermin innerhalb eines definierten Zeitfensters ab Bestellung ordern. Mit einem Vorlauf von mindestens drei Tagen könne dann geimpft werden, so der Anbieter.

„Seit 15 Jahren entwickeln wir unseren E-Shop für die öffentliche Beschaffung weiter. Diese Erfahrung konnten wir nutzen, um die technischen Anforderungen an den Impf-e-Shop sehr schnell umzusetzen.“, erklärt Christof Bräunling, Projektverantwortlicher der Bundesbeschaffung GmbH. „Zudem ging unser Lösungspartner veenion sehr kurzfristig auf unsere Anpassungswünsche ein und konnte unsere Anforderungen innerhalb sehr kurzer Zeit erfüllen.“

Das Regelwerk, das hinter dem Online-Bestellsystem für die Impfstoffe steht, sei hochkomplex, argumentiert Veenion. Die Impf- und Bestellberechtigungen sowie die konkrete Verwendung der Impfdosen koordinierten die Bundesländer. Nach Abstimmung mit den Bundesländern übernimmt laut Anbieterangaben die Anlage und Freischaltung der Besteller im System die BBG. Dabei müsse das Bestellsystem die Berechtigungen der Benutzer auch regional abbilden und sicherstellen, dass die zugewiesenen Kontingente nur innerhalb des jeweiligen Bundeslandes ausgeliefert werden.

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