Coronavirus: Zunehmend Firmen von Lieferengpässen betroffen

Eine Umfrage ergibt zugleich aber auch, dass viele Unternehmen sich an die aktuelle Lage angepasst haben.

Die zweite Umfrage der Kloepfel Group zu den Auswirkungen des Coronavirus zeigt ein ambivalentes Bild. (Foto: Shawn Hempel / Adobe Stock)
Die zweite Umfrage der Kloepfel Group zu den Auswirkungen des Coronavirus zeigt ein ambivalentes Bild. (Foto: Shawn Hempel / Adobe Stock)
Therese Meitinger

Zum zweiten Mal hat das auf Lieferketten spezialisierte Beratungsunternehmen Kloepfel Group laut einer Pressemeldung vom 5. März die Auswirkungen des Coronavirus auf die deutsche Wirtschaft untersucht. Als Zwischenbilanz der Blitzumfrage könne man festhalten, dass sich viele Unternehmen in den letzten vier Wochen der aktuellen Lage angepasst hätten, um ihre Versorgungssituation zu stabilisieren, so der Berater. Jedoch seien im Vergleich zur Anfang Februar veröffentlichten Umfrage inzwischen mehr Unternehmen von Lieferengpässen betroffen.

An der stichprobenartigen zweiten Online-Blitzumfrage beteiligten sich nach Unternehmensangaben vom 19. Februar bis zum 3. März 2020 257 Fach- und Führungskräfte der deutschen Industrie und des deutschen Handels mit Verbindungen zu China. Nach wie vor befürchtet der Umfrage zufolge jeder fünfte Befragte, dass Lieferantenausfälle seine Produktion stoppen könnten. Vier Prozent geben demnach an, dass Lieferausfälle ihre Produktion stilllegen. Zuvor waren dies zwei Prozent.

Die Zahl derjenigen die noch nicht von Lieferantenausfällen betroffen sind hat sich demnach reduziert. Während in der ersten Blitzumfrage vor einem Monat 42 Prozent sagten, noch nicht betroffen zu sein, sind es aktuell nur noch 24 Prozent. Aber die Unternehmen haben sich laut der Studie beispielsweise durch die Beschaffung neuer Lieferquellen der Lage angepasst. So ist die Zahl der befragten Manager, die Lieferantenausfälle durch alternative Anbieter ausgleichen können, von 28 Prozent auf 35 Prozent gestiegen.

Trend zum Hamstern und zum Alternativlieferanten

Marc Kloepfel, CEO der Einkaufsberatung Kloepfel Group, berichtet:

„Da niemand die Auswirkungen des Coronavirus für die kommenden Wochen abschätzen kann, hamstern die Unternehmen gerade ihre Lagerbestände auf und fahnden weltweit nach alternativen Lieferanten.“

Aktuell verzeichne die Beratung gerade sehr sprunghaft gestiegene Suchanfragen nach Alternativ-Lieferanten. Daher habe man inzwischen eine Notfall-Taskforce für betroffene Unternehmen eingerichtet.

Der Anteil jener Teilnehmer, die angeben, dass sie ihre Kunden weiterhin beliefern können, ist in der zweiten Umfrage mit 60 Prozent gegenüber der ersten gleich geblieben. Die Zahl derjenigen, die große Schäden fürchten, weil sie wichtige Kunden nicht beliefern können, ist laut der Befragung von 33 Prozent auf 29 Prozent um vier Prozentpunkte gesunken.

Und auch immer mehr Firmen sehen es laut der Beratung inzwischen als unkritisch an, wenn sie ihre Kunden kurzfristig nicht beliefern können: Während dieser Wert noch vor knapp einem Monat bei sieben Prozent liegt, hat er sich nun auf elf Prozent erhöht. Die Zahl der Manager, die Projekte zu sehr hohen Kosten verschieben müssen, ist von 41 Prozent auf 32 Prozent gesunken. Wiederum knapp ein Viertel berichtet mittlerweile, dass sie Projekte ohne Probleme verschieben können. Vor knapp vier Wochen war dies der Kloepfel Group zufolge nur acht Prozent.

Unterdessen hat sich die Zahl der Unternehmen, die ihre Existenz durch Projektverschiebungen gefährdet sehen, von neun Prozent auf fünf Prozent fast um die Hälfte halbiert. Dass das Coronavirus keine Auswirkungen auf Projekttermine hat, berichten 39 Prozent (zuvor 42 Prozent) der Teilnehmer.

Auch LOGISTIK HEUTE möchte wissen, wie sich die Krise um das Coronavirus auf die Lieferketten auswirkt: Beteiligen Sie sich gern an unserer Online-Umfrage.

 

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