Coronavirus: Fast 90 Prozent der E-Commerce-Händler von Auswirkungen betroffen

Laut einer Umfrage des bevh erwartet jeder Zweite einen Umsatzrückgang.

135 Unternehmen haben an der Umfrage des Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh) zum Thema Coronavirus teilgenommen. (Symbolbild: AdobeStock/ Rawpixel.com)
135 Unternehmen haben an der Umfrage des Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh) zum Thema Coronavirus teilgenommen. (Symbolbild: AdobeStock/ Rawpixel.com)
Melanie Endres

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh) hat sich durch eine Umfrage unter seinen Mitgliedsunternehmen ein Bild über die derzeitige Lage aufgrund der Corona-Pandemie gemacht. 135 Unternehmen haben sich bei der Umfrage am 12. und 13. März beteiligt, die Ergebnisse hat der bevh am 15. März verkündet.

88,3 Prozent bereits direkt betroffen

Fast 9 von 10 Unternehmen (88,3 Prozent) berichten, dass sie aktuell bereits direkt von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen sind, so die Meldung des bevh. Gut 50 Prozent der Unternehmen rechnen momentan mit einer temporären Schließung zumindest von einzelnen Bereichen im Jahresverlauf. Allerdings werde mit Hochdruck daran gearbeitet, Abteilungen zu separieren, um insbesondere die Logistik nicht zu gefährden. Aus diesem Grund sehen der Umfrage zufolge fast zwei Drittel der Unternehmen Kurzarbeitergeld und die Finanzierung von Lohnfortzahlungen bei infektionsbedingter Schließung als sehr sinnvolle Unterstützung durch Hilfsmaßnahmen des Staates.

Nachfragerückgang bei 41 Prozent

41 Prozent der befragten Unternehmen verzeichnen demnach schon jetzt Nachfragerückgänge, mehr als sechs von zehn erwarten diese im Jahresverlauf. Zudem gehe gut jedes zweite E-Commerce-Unternehmen von Umsatz- und Ergebnisminderung durch Lieferengpässe aus. 52,4 Prozent der Unternehmen wünschen sich laut bevh daher Liquiditätshilfen, insbesondere auch Steuererleichterungen bei Abschreibungen (54,0 Prozent) und zinsfreie Steuerstundungen (51,6 Prozent).

Wenig Zuspruch für Mehrwertsteuersenkung

Einen Konjunkturimpuls verspricht sich jedes zweite Unternehmen (48,4 Prozent) durch eine mögliche Abschaffung des Solidarzuschlags. Weniger Zuspruch gibt es der Mitteilung zufolge für eine befristete Mehrwertsteuersenkung für alle (38,1 Prozent).

Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh: „In dem Fall, dass der Onlinehandel seiner Versorgungsaufgabe nicht mehr nachkommen kann, muss eine schnelle und unbürokratische Inanspruchnahme von Leistungen bei Kurzarbeit möglich sein. Finanzhilfen, insbesondere im Fall von Arbeitseinschränkungen, etwa durch Lohnfortzahlungen bei Quarantänemaßnahmen, müssen uneingeschränkt zugänglich sein. Des Weiteren sind Liquiditätshilfen, etwa durch zinsfreie Steuerstundungsmaßnahmen oder Einflussnahmen auf Banken und Bankenaufsichten im Hinblick auf Kreditlinien wünschenswert.“

Aufgabe der Bundesregierung

Die Bundesregierung muss laut bevh zwingend eine funktionierende Infrastruktur gewährleisten. Dies bedeute eine Aufrechterhaltung der Telekommunikations- und Datennetzwerke sowie den Bandbreitenausbau zu forcieren. Zusätzlich muss den Angaben zufolge der Betrieb von Post- und Paketdienstleistungen, der entscheidend für die Versorgung der Bevölkerung sowie Unternehmen sei, sichergestellt werden.

Printer Friendly, PDF & Email