Coronavirus: Deutsche Post DHL Group reagiert auf Auswirkungen

Logistikdienstleistungs-Konzern stellt sein Ergebnisziel für 2020 unter Vorbehalt.

Deutsche Post DHL Group: Blick auf die Konzernzentrale in Bonn. (Foto: Deutsche Post)
Deutsche Post DHL Group: Blick auf die Konzernzentrale in Bonn. (Foto: Deutsche Post)
Matthias Pieringer

Der Logistikkonzern Deutsche Post DHL Group hat am 28. Februar in Bonn seine EBIT-Prognose für 2020 unter Vorbehalt der Auswirkungen des Coronavirus gestellt. Seitdem die chinesische Regierung Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus eingesetzt habe, beobachte der Konzern fortlaufend die Entwicklung der Waren- und Güterströme in seinen Netzwerken, hieß es seitens des Logistikdienstleisters. In den vergangenen Wochen sei es zu einer Abschwächung des Güter- und Warenverkehrs nicht nur von und nach China, sondern auch in anderen Ländern Asiens gekommen; mit Produktionseinschränkungen auch außerhalb Chinas sei in wachsendem Maße zu rechnen, teilte die Deutsche Post DHL Group mit.

Unterschiedlich ausgeprägte Folgen

Der Konzern hat nach eigenen Angaben im Januar einen sehr guten Start in das Jahr verzeichnet und war für Februar auf die üblichen Effekte rund um das chinesische Neujahrsfest vorbereitet, als die Maßnahmen der chinesischen Regierung eingeführt wurden. Seitdem sei das Geschäft des Unternehmensbereichs Post & Paket in Deutschland sowie das der Unternehmensbereiche DHL Supply Chain und DHL eCommerce Solutions von der Corona-Krise nur marginal betroffen gewesen. Dagegen sehe man „aktuell deutlichere Effekte für die Bereiche DHL Global Forwarding und DHL Express, deren Geschäft im grenzüberschreitenden Güterverkehr aktuell vor allem von und nach China beeinträchtigt ist. Konzernweit belaufen sich die negativen Ergebnisauswirkungen der Corona-Krise im Monat Februar auf etwa 60 bis 70 Millionen Euro gegenüber dem ursprünglichen internen Planwert.“

„Unser Konzern hatte ein sehr gutes Jahr 2019 und einen erfolgreichen Jahresauftakt 2020 im Januar. Wir sind dank unserer breiten geographischen Aufstellung und unseres umfangreichen Portfolios resilienter als andere Unternehmen, aber eine weltweite Krise wie der Coronavirus geht an uns nicht spurlos vorbei“, sagte Vorstandsvorsitzender Frank Appel. „Es ist aktuell nicht abzuschätzen, wie stark die Auswirkungen auf unser Geschäft sein werden. Deshalb müssen wir unsere Ergebnis-Prognose nun unter Vorbehalt stellen.“

StreetScooter soll Bestandsflottenbetreiber werden

Ebenfalls vor dem Hintergrund der aktuellen weltwirtschaftlichen Unsicherheiten habe sich das Unternehmen entschlossen, die Sondierungen für eine Partnerschaft zu den StreetScooter-Aktivitäten nicht aktiv weiter zu verfolgen, hieß es. Deutsche Post DHL Group werde sich nun auf den Betrieb der aktuellen StreetScooter-Bestandsflotte konzentrieren, so die Meldung. Mit der Umwandlung von StreetScooter in einen Bestandsflottenbetreiber seien im laufenden Jahr außerhalb des Kerngeschäftes einmalige Anpassungsaufwendungen zwischen 300 bis 400 Millionen Euro zu erwarten.

Coronavirus und StreetScooter-Entscheidung

Die Prognose für das Jahr 2020 für ein Konzern-EBIT von mehr als 5,0 Milliarden Euro verstehe sich damit, wie der Bonner Logistikdienstleister weiter mitteilte, „ab sofort vorbehaltlich eines noch nicht abschließend quantifizierbaren Effekts aus den Corona-induzierten Folgen, sowie vor den genannten Aufwendungen aus der Entscheidung zum StreetScooter. Die Guidance für 2022 für ein Konzern-EBIT von mindestens 5,3 Milliarden Euro bleibt davon unberührt.“

Umsatz- und EBIT-Steigerung 2019

Die Aussage zur Prognose erfolgte laut Deutsche Post DHL Group im Vorgriff auf die geplante Bekanntgabe der Jahresergebnisse 2019 am 10. März. Deshalb veröffentlichte der Konzern bereits nun die Eckdaten des vorläufigen Jahresabschluss 2019:  Der Konzern ist demnach im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter profitabel gewachsen. Der Umsatz des Konzerns stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent auf 63,3 Milliarden Euro. Zu dieser positiven Entwicklung haben den Angaben zufolge alle fünf Unternehmensbereiche beigetragen. 

Das operative Ergebnis (EBIT) des Konzerns stieg um 30,6 Prozent, nachdem der Vorjahreswert durch Einmaleffekte belastet worden sei. „Mit einem Konzern-EBIT von 4,13 Milliarden Euro hat Deutsche Post DHL Group das für 2019 angestrebte Ergebnisziel von 4,0 bis 4,3 Milliarden Euro klar erreicht“, meldete der Logistikdienstleister.

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