Coronapandemie: Transportaktivitäten in Deutschland nahe Vor-Krisenniveau

Connected-Car-Daten legen einen geringeren Einbruch und eine schnellere Erholung als in anderen EU-Staaten nahe.

In Deutschland hat sich der Transportmarkt offenbar weitgehend normalisiert. (Foto: Yuri Bizgaimer / Fotolia)
In Deutschland hat sich der Transportmarkt offenbar weitgehend normalisiert. (Foto: Yuri Bizgaimer / Fotolia)
Therese Meitinger

Laut den IT-Anbietern Geotab und Webfleet Solutions ist das gewerbliche Transportaufkommen in Deutschland wieder auf demselben Stand wie vor der Coronapandemie. Diese werteten laut einer Mitteilung vom 29. Juli dafür aktuelle Zahlen der Connected-Car-Applikation „Commercial Mobility Recovery Dashboards“ aus. Damit sollen sich die Transportaktivitäten seit Beginn der Krise nach Ländern aufgeschlüsselt verfolgen lassen.

Im Mai habe sich die Auslastung um die 100-Prozent-Marke des errechneten Normals aus der Zeit zwischen 15. Januar und 22. Februar dieses Jahres eingependelt, so die Unternehmen. Der letzte gemessene Wert für Deutschland vom 24. Juli 2020 beläuft sich nach Firmenangaben auf 97 Prozent, hält sich also stabil. Frankreich erreichte demnach zu diesem Tag 93 Prozent und Italien 98 Prozent, während Spanien mit 83 Prozent und Großbritannien mit 85 Prozent noch deutlich unter dem Normalniveau lagen.

Deutliche Unterschieden in europäischen Ländern

Mit Beginn des sogenannten Lockdowns fielen nach Unternehmensangaben in allen untersuchten europäischen Märkten – Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und Großbritannien, Polen und Niederlande – die kommerziellen Transporte teilweise rapide ab.

  • Die Aktivität in Deutschland fiel auf durchschnittlich 86 Prozent (23.3. - 29.3.).
  • Die Aktivität in Frankreich fiel auf durchschnittlich 42 Prozent (17.3. - 22.3.) und durchschnittlich 35 Prozent (23.3. - 29.3.).
  • Die Aktivität in Spanien fiel auf durchschnittlich 56 Prozent (16.3. - 22.3.) und auf durchschnittlich 53 Prozent (23.3. - 29.3.).
  • Die Aktivität in Italien fiel auf durchschnittlich 76 Prozent (09.3. - 15.3.) und durchschnittlich 61 Prozent (16.3. - 22.3.).
  • Die Aktivität im Vereinigten Königreich fiel auf durchschnittlich 63 Prozent (23.3. - 29.3.) und durchschnittlich 52 Prozent (30.3. - 5.4.).

Besonders drastische Rückgänge waren der Erhebung zufolge in Frankreich und Spanien zu beobachten. In Deutschland hingegen, wo vergleichsweise moderate Maßnahmen vorgeschrieben wurden, kam es nur zu geringen Einbrüchen.

„Die Lage auf den Straßen ist ein guter Indikator für die Wirtschaft. Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen werden uns noch lange begleiten, dennoch stimmt es zuversichtlich, zu sehen, dass wieder mehr Waren transportiert werden“, sagt Klaus Böckers, Vice President Nordics, Central and Eastern Europe von Geotab.

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