Coronapandemie: Mit dem Einkauf zurück zum Wachstum

Eine Umfrage von Ivalua sieht in der Beschaffung noch Schwächen bei Technologie und mangelnder Daten- und Prozessqualität.

In der Coronakrise wurde das Procurement einer Studie zufolge oft von veralteten IT-Systemen ausgebremst. (Foto: Valdis torms / Fotolia)
In der Coronakrise wurde das Procurement einer Studie zufolge oft von veralteten IT-Systemen ausgebremst. (Foto: Valdis torms / Fotolia)
Therese Meitinger

Ivalua, ein Anbieter von Cloud-basierten Spend-Management-Lösungen, hat am 8. April die Ergebnisse einer internationalen Studie zur wirtschaftlichen Bewältigung der Covid-19-Pandemie vor. Im Fokus steht dabei laut einer Pressemitteilung, wie die durch Covid-19 verursachten Probleme die Beschaffungsstrategien auf der ganzen Welt verändert haben. Darüber hinaus widmet sich die Erhebung der Frage, wie der Einkauf Unternehmen nach der Pandemie wieder zu Wachstum verhelfen kann.

Forrester Consulting befragte im Februar dazu im Auftrag von Ivalua 454 internationale Führungskräfte aus den Bereichen Supply Chain, Einkauf und Finanzen. Das Ergebnis: 85 Prozent der Befragten gaben an, dass Führungskräfte die Rolle des Einkaufs für das Umsatzwachstum ihres Unternehmens erkannt hätten.  Aufgrund von Covid-19 erhöhen laut der Studie dementsprechend 50 Prozent ihre Investitionen, während nur 23 Prozent sie verringern. Zudem seien die Prioritäten der Beschaffung strategischer geworden, da sich die Unternehmen vor allem auf die Verbesserung der Flexibilität der Lieferkette und die Förderung des Wachstums konzentrierten, gibt Ivalua an. Für fast zwei Drittel der befragten Unternehmen hat die Pandemie den Studienergebnissen zufolge die Priorität erhöht, die Agilität und Stabilität der Lieferkette sicherzustellen (65 Prozent), neue Umsatzmöglichkeiten zu identifizieren (64 Prozent) sowie die Entscheidungsfindung zu verbessern (64 Prozent).

Starre Beschaffungssysteme bremsen Ideen aus

Die Studie zeigt dem IT-Anbieter zufolge auch, dass viele Unternehmen offenbar das Gefühl haben, dass ihre strategischen Sourcing-Strategien durch veraltete Technologien behindert werden:

  • Die in der Erhebung Befragten sind der Meinung, dass übermäßig verstreute (72 Prozent), nicht nutzbare Daten (70 Prozent) und ein Mangel an eingebetteten Best Practices (70 Prozent) den Gesamtwert vorhandener Lösungen einschränken.
  • Das Umsatzwachstum wird nach Ansicht der Befragten durch Beschaffungssysteme eingeschränkt, die zu starr sind, um neue Ideen zu unterstützen (75 Prozent), durch Prozesse und Systeme, die keine effektive, skalierbare Zusammenarbeit mit Lieferanten ermöglichen (71 Prozent), und durch die mangelnde Integration von Source-to-Pay-Systemen (71 Prozent)

„Für viele Unternehmen war der Einkauf entscheidend, um die Versorgung während der Pandemie aufrechtzuerhalten und die Auswirkungen auf die Rentabilität auf ein Minimum zu beschränken“, sagt David Khuat-Duy, Corporate CEO bei Ivalua. „Gleichzeitig wurden Schwachstellen in veralteten Beschaffungswerkzeugen, Daten und Prozessen sichtbar, die die Agilität einschränkten und die Entscheidungsfindung beeinträchtigten.“

Nun sei es an der Zeit, die Beschaffung zu digitalisieren und sie als Wachstumstreiber zu nutzen, so Khuat-Duy weiter.

Ungenaue Daten behindern die Handlungsfähigkeit

Laut der Studie haben unflexible Beschaffungswerkzeuge und schlechte Datenqualität zu Herausforderungen im Bestandsmanagement geführt, da Unternehmen Schwierigkeiten hatten, Lagerbestände zu erfassen und Probleme in ihren Lieferketten zu identifizieren. Dies führte bei fast der Hälfte (47 Prozent) der Unternehmen zu stornierten oder verlorenen Aufträgen, während andere mit Umsatzeinbußen (45 Prozent) und geringeren Gewinnmargen (44 Prozent) zu kämpfen hatten.

Die Probleme mit den Beständen verlangsamten Ivalua zufolge auch den Cashflow. Mindestens einmal im Monat gab fast die Hälfte (49 Prozent) der Unternehmen an, dass sie von einem Drittanbieter-Marktplatz für die Nichteinhaltung von Service Level Agreements (SLAs) bestraft wurden. Gleichzeitig haben der Erhebung zufolge 47 Prozent der Unternehmen monatlich mit Überbeständen an einem bestimmten Standort zu kämpfen, was zu zusätzlichen Lagergebühren und damit zu weiteren Kosten führt.

Um das Umsatzwachstum wiederherzustellen, wollen die Unternehmen die Reaktionsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Lieferkette verbessern (45 Prozent), die Produktkosten senken (42 Prozent) und die Markteinführung neuer Produkte beschleunigen (40 Prozent). Um die lieferantengesteuerte Innovation zu verbessern, gehören laut der Erhebung zu den Top-Strategien der Beschaffungsorganisationen die Implementierung von Technologie zur Verbesserung des Informationsaustauschs und der Kommunikation (49 Prozent), Technologie für eine bessere Transparenz der Pünktlichkeit von Zahlungen (48 Prozent) und ein strukturiertes Rahmenwerk oder Prozesse rund um die lieferantengesteuerte Innovation (47 Prozent).

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