Coronakrise: Euler Hermes beteiligt sich an Schutzschirm für Unternehmen

Kreditversicherungen tragen im Rahmen des Schutzschirms etwa Verluste in Höhe bis zu 500 Millionen Euro.

Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes für Deutschland, Österreich und die Schweiz. (Foto: Euler Hermes)
Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes für Deutschland, Österreich und die Schweiz. (Foto: Euler Hermes)
Therese Meitinger

Der Kreditversicherer Euler Hermes ist einer Meldung vom 16. April zufolge Teil eines weitreichenden Schutzschirms für deutsche Unternehmen, auf den sich der Bund und die privaten Kreditversicherungen im Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) geeinigt haben: Dieser soll laut Angaben von Euler Hermes dazu beitragen, im Zuge der Coronakrise zuvor gesunde Unternehmen und deren Lieferketten abzusichern. Er soll demnach dafür sorgen, dass die Warenkreditversicherungen, den größten Teil der bestehenden Deckungszusagen auch weiterhin aufrechterhalten und sogar neue übernehmen können.

Die Vereinbarung sehe konkret vor, dass der Bund gegenüber den Kreditversicherungen bis Jahresende eine Rückgarantie in Höhe von 30 Milliarden Euro für die Absicherung von Geschäftstransaktionen deutscher Unternehmen mit ihren in- und ausländischen Abnehmern stelle, so der Anbieter. Die Kreditversicherer leisten dem Unternehmen zufolge einen signifikanten Eigenbeitrag zu diesem Schutzschirm für die deutsche Wirtschaft: Die Vereinbarung sieht vor, dass sie 65 Prozent der Prämieneinnahmen an den Bund abgeben und Verluste in Höhe von 500 Millionen Euro sowie die Ausfallrisiken tragen, die über die Garantie des Bundes hinausgehen.

Vertrauen in Handel stabilisieren

„Wir stehen an einem Wendepunkt für die deutsche Wirtschaft“, sagt Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Wir haben deshalb sehr frühzeitig den Schulterschluss mit dem Bund gesucht, um gemeinsam deutsche Unternehmen in diesen schwierigen Zeiten zu unterstützen. Gerade auch für den Mittelstand ist dies elementar.“

Vorrangiges Ziel sei es, das Vertrauen in den Handel als Rückgrat der Wirtschaft zu stabilisieren. Durch die nun getroffene Vereinbarung könne man Deckungszusagen für zuvor gesunde Unternehmen aufrechterhalten und Kettenreaktionen vermeiden, so van het Hof weiter.

Unternehmen, die losgelöst von der Corona-Pandemie in finanziellen Schwierigkeiten sind, fallen Euler Hermes zufolge nicht unter die nun getroffene Vereinbarung zwischen Kreditversicherungen und Bund. Die Entscheidung über Kreditlimite erfolgt durch die jeweiligen Versicherer. Im Fall von Euler Hermes erfolgt dies nach Firmenangaben auf Basis einer individuellen Bewertung, bei denen neben der Bonität noch zahlreiche andere Faktoren eine Rolle spielen.

„Bei einigen Unternehmen wirkt Corona […] nicht als primäre Ursache, sondern vielmehr als Katalysator für bereits bestehende finanzielle Probleme“, erläutert Ran von het Hof.

Für diese Unternehmen gebe es durch den Schutzschirm keinen generellen Freifahrtschein.

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