Corona: Shanghai beginnt Lockdown, Häfen bleiben offen

Laut einem Statement der Shanghai International Port Group vom 28. März ist der Rund-um-die-Uhr-Betrieb der Shanghaier Häfen aktuell sichergestellt.

Drohen im Zuge des Lockdowns in Shanghai größere Verwerfungen an den weltweiten Lieferketten? (Symbolbild: Kalyakan / AdobeStock)
Drohen im Zuge des Lockdowns in Shanghai größere Verwerfungen an den weltweiten Lieferketten? (Symbolbild: Kalyakan / AdobeStock)
Therese Meitinger

In der 26-Millionen-Metropole Shanghai ist am 28. März angesichts stark gestiegener Coronazahlen ein strenger Lockdown in Kraft getreten, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Er betrifft zunächst die Bewohner der östlichen und südlichen Stadtteile Pudong, Fengxian, Jinshan und Chongming sowie in Teilen von Minhang. Diese sind zwischen dem 28. März und dem 1. April aufgerufen, zu Hause zu bleiben und sich Massentests zu unterziehen. Brücken und Tunnel wurden dort Medienberichten zufolge bereits geschlossen und der Betrieb öffentlicher Verkehrsmittel sowie von Taxis und Fähren eingestellt. Nach dem Ende des Lockdowns in diesen Vierteln kommt eine Ausgangssperre auf die Bewohner auf der Puxi-Seite des Huangpu-Flusses zu, wo sich der ältere Teil der Metropole befindet.

Hintergrund der Maßnahmen sind die in Shanghai zuletzt stark gestiegenen Infektionen mit dem Coronavirus: Am Sonntag seien in der Stadt 50 lokale Erkrankungen und 3450 asymptomatische Infektionen entdeckt worden – und damit ein erheblicher Teil der landesweiten 1219 lokalen Infektionen und 5134 asymptomatischen Fälle, meldeten chinesische Behörden. Mit den Maßnahmen hält China an seiner strikten No-Covid-Strategie fest. Der Lockdown für Shanghai war am 27. März überraschend verkündet worden, noch am Vortag waren entsprechende Gerüchte dementiert worden.

Kommt es zu Sperrungen oder Teilsperrungen in den Häfen?

Zu den Auswirkungen der Maßnahmen auf die Shanghaier Häfen und den internationalen Flughafen äußerten sich die chinesischen Behörden bei der Verhängung der Maßnahmen am 27. März nicht. Laut einem Statement der Shanghai International Port Group vom 28. März ist der Rund-um-die-Uhr-Betrieb der Shanghaier Häfer aktuell sichergestellt, sofern es nicht zu schweren Unwettern komme. Die Shanghai International Port Group ist für den Betrieb der Häfen der Stadt zuständig, zu denen auch der umschlagstärkste Containerhafen der Welt gehört.   

Sollten Sperrungen oder Teilsperrungen erforderlich werden, dürfte sich dies jedoch empfindlich in den weltweiten Lieferketten bemerkbar machen. Teilschließungen in den Häfen von Yantian und Ningbo Zhoushan hatten 2021 beispielsweise Halbleiterengpässe und Containerknappheit verschärft und zu Rekordverspätungen geführt.  

Auswirkungen auf das Frachtgeschäft sind jedoch auch zu befürchten, falls die Shanghaier Hafen geöffnet bleiben. Darauf deuten Zahlen aus dem Hafen von Shenzhen hin: Als die Stadt ab dem 13. März für einige Tage in einen harten Lockdown ging, lief der Betrieb an dem Containerhafen weitestgehend normal weiter. Nur wenige Unternehmen, die Lagerhäuser betrieben, schlossen diese vorübergehend. Dennoch ging im Zuge des Lockdowns in der Stadt der Containerumschlag in der Guangdong-Provinz, in der Shenzhen liegt, laut Zahlen der US-Plattform FourKites zurück: Am 17. März war das Volumen des Containerumschlags im Vergleich zur Vorwoche um 39 Prozent gesunken. Die durchschnittliche Verweildauer blieb stabil – und lag bei 8,3 Tagen im Export und 5,1 Tagen im Import. FourKites führt das darauf zurück, dass Spediteure gelernt hätten, flexibel auf mögliche Supply-Chain-Probleme zu reagieren und angesichts eines möglichen Bottle Necks ihre Routen angepasst hätten, so FourKites.