Corona-Pandemie: Cobots werden zunehmend für KMU interessant

Jürgen von Hollen, Präsident von Universal Robots, schätzt anlässlich der virtuellen Messe „WeAreCOBOTS“ die Rolle kollaborativer Technologien im Rahmen der Krise ein.

Gruppenbild mit Cobots: Jürgen von Hollen, Präsident von Universal Robots. (Foto: Universal Robots)
Gruppenbild mit Cobots: Jürgen von Hollen, Präsident von Universal Robots. (Foto: Universal Robots)
Therese Meitinger

„Die Herausforderungen an Produktionsunternehmen sind in und nach der Coronakrise grundlegend dieselben wie vor der Pandemie“, ist Jürgen von Hollen, Präsident des auf Cobots spezialisierten Herstellers Universal Robots, überzeugt. Doch der Handlungsdruck, der etwa aus dem Fachkräftemangel, zunehmendem Wettbewerb oder gestiegener politischer Volatilität resultiere, habe sich angesichts der disruptierten Lieferketten in der Krise verschärft, so von Hollen weiter.

„Die Krise hat das Risikobewusstsein vieler Unternehmenslenker erhöht und die Business Continuity nach ganz oben auf die Prioritätenliste geschoben“, sagte von Hollen auf der Pressekonferenz zur Eröffnung der virtuellen Messe „WeAreCOBOTS“ des dänischen Herstellers.

Auch kleine und mittlere Unternehmen zeigten sich nun offen für kollaborative Technologien, von denen sie sich besonders flexible Einsatzmöglichkeiten versprechen. Diese Entwicklung hatte der Präsident von Universal Robots im „alten Normal“ so nicht wahrgenommen. In der Krise habe sich die Möglichkeit, Cobots in sehr verschiedenen Aufgaben einzusetzen, in unterschiedlichen Use Cases als positiv erwiesen. So setzte etwa Seat Cobots angesichts der stillstehenden Autoproduktion bei der Fertigung von Beatmungsgeräten ein. Auch eignen sich Cobots von Hollen zufolge, um Spielraum bei der Einhaltung von Social-Distancing-Vorgaben zu gewinnen. „Cobots und Menschen können auch nach Corona wie gewohnt zusammenarbeiten“, so von Hollen auf der Pressekonferenz.

Flexibel auf Engpässe reagieren

Bei der Frage, wie stark der Absatz für Cobots in den nächsten Jahren wachsen könnte, möchte von Hollen sich nicht festlegen. Zwar geht er von einem deutlichen Zuwachs aus, bleibt jedoch skeptisch:

„Hier hängt alles davon ab, wie schnell sich die Anwenderunternehmen erholen, doch das ist nicht absehbar. Schließlich bewegen wir uns gerade von einer bis nicht gekannten Gesundheits- in eine bisher nicht gekannte Wirtschaftskrise.“

Universal Robots selbst nimmt aus der Krise die gestiegene Bedeutung von IT-Lösungen mit. „Bisher war der Anteil von Hardware und Software bei uns etwa 50 zu 50, doch das wird sich zukünftig ändern. Systeme müssen auch aus der Remote-Steuerung heraus flexibel reagieren können“, so von Jürgen Hollen. Auch dem Thema Cloud-Lösungen wollen man sich verstärkt widmen.           

Unter dem Titel „WeAreCOBOTS“ veranstaltet Universal Robots (UR) vom 16. bis 18. Juni die nach eigenen Angaben weltweit größte Onlinemesse für kollaborative Robotik. Von jeweils 10 bis 16 Uhr lädt der dänische Hersteller in diesem Bereich interessierte Besucher ein, kostenlos mehr über die zahlreichen Vorteile und Einsatzmöglichkeiten von Cobots zu erfahren. Damit knüpft Universal Robots an die virtuelle COBOT EXFERENCE an, mit der das Unternehmen im April die Universal Robots zufolge erste deutschsprachige Veranstaltung dieser Art auf die Beine gestellt hatte. „WeAreCOBOTS“ richtet sich nun an ein internationales Publikum: Die Inhalte sind auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch verfügbar.

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