Corona-Pandemie: bevh fordert Absicherung des Onlinehandels

Unter anderem sollen so Abholstellen im Multichannel-Handel sichergestellt werden.

Der BEVH fordert von der Politik die Umsetzung von acht Maßnahmen, um seine Rolle bei der Versorgung angesichts der Corona-Pandemie wahrnehmen zu können. (Foto: Bloomua, Fotolia)
Der BEVH fordert von der Politik die Umsetzung von acht Maßnahmen, um seine Rolle bei der Versorgung angesichts der Corona-Pandemie wahrnehmen zu können. (Foto: Bloomua, Fotolia)
Therese Meitinger

Der Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel (bevh) hat am 19. März ein politisches Maßnahmenpaket formuliert. Mit acht Maßnahmen könne die Bundesregierung sicherstellen, dass der Onlinehandel seine tragende Rolle bei der Versorgung im Zeichen der Corona-Pandemie wahrnehmen könne, so der Verband. Neben Arbeitszeitmaßnahmen stellt für den bevh insbesondere die Sicherstellung von Abholstellen im Multichannel-Handel eine wesentliche Chance dar, Waren nicht nur des täglichen Bedarfs flächendeckend zu verteilen.

„Die Politik hat bisher in dieser Krise gezeigt, dass sie notwendige Schritte zur Unterstützung der Wirtschaft schnell umsetzt; dafür sind wir ausgesprochen dankbar. Damit unsere Branche im Gegenzug weiter dazu beitragen kann, die Versorgung der Bevölkerung zu sichern, sind dringend einheitliche Regelungen über die Grenzen der Bundesländer und bestenfalls auch im europäischen Konsens notwendig“, fordert bevh-Präsident Gero Furchheim.

Durch die Zusammenarbeit von E-Commerce und den weiteren funktionierenden Teilen des stationären Handels könne die Versorgungsinfrastruktur in Deutschland abgesichert werden.

Die acht Maßnahmen sind im Einzelnen:

1.          Arbeitszeitregelungen müssen nach Ansicht des bevh angepasst werden, um deutlich flexiblere Arbeitszeiten in allen Unternehmensbereichen zu ermöglichen und damit vor allem auch die Arbeitnehmer zu entlasten, die derzeit Kinderbetreuung und Beruf stemmen müssen.

2.          Die Erlaubnis von Sonntagsarbeit insbesondere in der Logistik und Zustellung unterstütze die kontinuierliche Lieferung bis zu den Kunden abseits der Metropolen, so der Verband.

3.          Dazu gilt es dem bevh zufolge, einheitliche Regelungen zu Sonn- und Feiertagsfahrverboten in allen Bundesländern zu treffen, um Umwege und Umfahrungen zu vermeiden.

4.          Die Bundesregierung sollte nach Ansicht des Verbands Möglichkeiten schaffen, um unter Wahrung der hygienischen Anforderungen auch Kioske und solche lokalen Geschäfte als Übergabeorte aufrechtzuerhalten, die neben Automaten als sichere Abholstelle für Ware im Versandhandel (Click&Collect) fungieren können.

5.          Auch über die Landesgrenzen hinweg müssten Pendler weiter zu den Arbeitsplätzen gelangen können, wo körperliche Anwesenheit unabdingbar sei, so der bevh .

6.          Die Bundes- und Länderregierungen müssen der Organisation zufolge der Anregung der EU-Kommission nachkommen, vorrangige Fahrspuren für den Gütertransport, sogenannte „Green Lanes“, einzurichten, um so Waren der Grundversorgung oberste Priorität einzuräumen.

7.          Pauschale Quarantäne-Verpflichtungen für LKW-Fahrer dürfen nicht zur faktischen Unterbrechung des innereuropäischen Warenverkehrs führen, befindet der bevh . Sinnvoller seien Anweisungen, dass ausländische Fahrer beispielsweise die Fahrerkabine während des Entladens nicht verlassen dürfen.

8.          Schließlich seien besonders die Finanzminister des Bundes und der Länder aufgerufen, bei Überbrückungsfinanzierungen und -hilfen selbst aktiv zu bleiben und zudem die private Kreditwirtschaft entsprechend zu ermuntern, so der Verband.

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