Corona: Die Wirtschaft dieser Länder könnte sich schnell erholen

Deutschland hat laut dem „FM Global Resilience Index 2020“ Nachholbedarf in Sachen Brand- und Katastrophenschutz.

Corona hat sich auf die wirtschaftliche Leistungskraft zahlreicher Ländern negativ ausgewirkt. (Foto: Shawn Hempel)
Corona hat sich auf die wirtschaftliche Leistungskraft zahlreicher Ländern negativ ausgewirkt. (Foto: Shawn Hempel)
Therese Meitinger

FM Global hat am 26. Mai die Ergebnisse seines jährlichen „Global Resilience Index 2020“ veröffentlicht. Der Industriesachversicherer mit Deutschlandsitz in Frankfurt am Main stuft in dem Ranking fast 130 Länder auf Grundlage der Resilienz ihres Geschäftsumfelds ein. Dabei liegen der Indexbewertung nach Unternehmensangaben zwölf gleichmäßig bewertete Treiber zugrunde, die die Resilienz in den Bereichen „Wirtschaft“, „Risikoqualität“ und „Lieferkette“ des jeweiligen Landes ermitteln sollen.

In der aktuellen Pandemie komme dem Faktor „Resilienz“ eine wesentliche Bedeutung zu, argumentiert FM Global. Der Index für 2020 zeige, welche Länder mit einer robusten wirtschaftlichen Erholung rechnen könnten. Die Daten der Wertung sollen Führungskräfte dabei unterstützen können, Risikoentscheidungen in Bezug auf ihre Unternehmen zu priorisieren und eine entsprechende Strategie zur Wiederaufnahme des Normalbetriebs zu etablieren.

Deutschland erreicht im weltweiten Vergleich den vierten Platz. Laut dem Resilience Index 2020 besteht in einigen bewerteten Bereichen jedoch noch Verbesserungspotenzial. So belegt die Bundesrepublik aktuell in Bezug auf das Kriterium „Risikoqualität Brandrisiken“ den 14. Platz. Dieser Faktor gibt an, inwieweit Brandschutz in den Bauvorschriften eines Landes berücksichtigt und durchgesetzt wird. Zudem kam im Bereich „Risikoqualität Elementarrisiken“ nur auf Platz 25. Diese Bewertung spiegelt für den Industriesachversicherer wider, dass Naturkatastrophen durch die Etablierung umfassender Schutzvorkehrungen, wie beispielsweise Hochwasserbarrieren, verstärkt berücksichtigt werden sollten.

Kevin Ingram, Executive Vice President und Chief Financial Officer bei FM Global:

„Das Ranking eines Landes im Rahmen des FM Global Resilience Index 2020 lässt Rückschlüsse auf seine wirtschaftliche Erholung zu. So lässt sich besser einschätzen, wie schnell sich die hiesigen Unternehmen von den Auswirkungen des Coronavirus erholen können. Diese Aspekte sind wesentlich, wenn neue Standorte und Märkte bestimmt werden müssen oder über eine Erweiterung der Lieferketten nachgedacht wird. Dies sind überaus weitreichende Geschäftsentscheidungen.“

Der FM Global Resilience Index biete jedoch nicht nur Rückschlüsse auf das wirtschaftliche Erholungspotenzial der betrachteten Länder im Zusammenhang mit der Pandemie, betont der Versicherer. Zusätzlich will er daran erinnern, dass auch konventionelle Risiken – Hochwasser, Dürre, Wirbelstürme, Erbeben, Cyberangriffe, Ölkrisen und politische Unruhen – weiterhin eine ernst zu nehmende Bedrohung für Unternehmen und deren Geschäftswert darstellen.

Spitzenreiter und Schlusslichter

Die Länder und Regionen mit den höchsten Index-Ratings sind (in absteigender Reihenfolge) Norwegen, die Schweiz, Dänemark, Deutschland, Schweden, Finnland, Luxemburg, Österreich sowie die zentralen und östlichen Staaten der USA.

Bereits zum zweiten Mal in Folge steht Norwegen an der Spitze des Index. Diese Bewertung erfolgte nach Angaben von FM Global aufgrund der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, politischen Stabilität, geringen Korruption sowie der hohen Risikoqualität des Landes in Bezug auf Elementarrisiken. Auch der Faktor „Corporate Governance” spielte eine wesentliche Rolle.

Die zehn Schlusslichter sind in absteigender Reihenfolge: Nicaragua, Nepal, Mali, Mosambik, Iran, Libanon, Tschad, Äthiopien, Venezuela und Haiti.

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