Containerlogistik: Eurogate startet Automatisierungs-Offensive

150 Millionen Euro will Eurogate in den nächten drei Jahren in ein groß angelegtes Automatisierungsprogramm investieren.

Eurogate will bereits 2024 seinen ersten Schiffsliegeplatz automatisiert betreiben. (Bild: Eurogate)
Eurogate will bereits 2024 seinen ersten Schiffsliegeplatz automatisiert betreiben. (Bild: Eurogate)
Therese Meitinger
(erschienen bei Transport von Nadine Bradl)

Der Eurogate Container Terminal Wilhelmshaven (CTW) will den Containerumschlag in den kommenden Jahren vom manuellen Betrieb auf ein automatisiertes System umstellen, so eine Mitteilung vom 16. Dezember. Das entsprechende Automatisierungsvorhaben startet laut CTW im Januar 2022. Rund 150 Millionen Euro würden hierfür in den kommenden drei Jahren investiert. Bereits 2024 soll ein erster Schiffsliegeplatz automatisiert betrieben werden. 

Michael Blach, Vorsitzender der Gruppengeschäftsführung von Eurogate, sagte dazu:

„Wir rechnen mittelfristig mit einem deutlichen Umschlagswachstum in Wilhelmshaven und damit sind für uns jetzt die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Investitionen in den Ausbau und die Modernisierung des Terminals gegeben. Dabei geht es uns aber um weit mehr als nur die Einführung neuer Technik. Wir wollen den ‚CTW 2.0‘ entwickeln - einen ausgebauten, erweiterten und leistungsstarken, automatisierten Terminal, dessen schlagkräftige Organisation an die neuen Erfordernisse des Betriebs angepasst ist.“ 

Im Rahmen des Automatisierungsvorhabens sollen ab Januar 2022 zunächst Ausbaumaßnahmen an der vorhandenen Infrastruktur vorangetrieben werden, darunter die Erhöhung der bestehenden acht Containerbrücken und die Asphaltierung noch unbefestigter Flächen im Norden des Terminals. Die Lieferung, Montage und Inbetriebnahme von zwei weiteren Containerbrücken ist Eurogate zufolge für 2023 vorgesehen.

Derzeit werden der Mitteilung zufolge das künftige Betriebsmodell sowie die dazu passenden Personalkonzepte erarbeitet. Mit dem zwischen den Einzelgesellschaften der Eurogate-Gruppe und der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di unterzeichneten ‚Tarifvertrag Zukunft‘ sei bereits Ende 2018 der Grundstein dafür gelegt worden, die Folgen des Automatisierungsprozesses für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sozial und mitbestimmt zu gestalten, so Eurogate.  

Blach weiter: „Automatisierung ist eine unaufhaltsame Entwicklung in unserer Branche, der wir uns stellen und die wir als Chance begreifen, unsere Kundenorientierung und unsere Wettbewerbsfähigkeit deutlich zu steigern. Dadurch gewinnen wir an Umschlagsmenge, sichern somit Beschäftigung und schaffen neue, anspruchsvolle und zukunftsgewandte Arbeitsplätze.“

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