Werbung
Werbung
Werbung

Container: Künftig sollen Roboter entladen

Forschungsverbund will 2019 einen Prototyp testen.
In Häfen werden Container hochautomatisiert bewegt. Künftig sollen Roboter auch beim Entladen helfen. (Symbolfoto: Fotolia/nattanan)
In Häfen werden Container hochautomatisiert bewegt. Künftig sollen Roboter auch beim Entladen helfen. (Symbolfoto: Fotolia/nattanan)
Werbung
Werbung
László Dobos

Ein neues Forschungsvorhaben will einen Roboter zur automatischen Entladung von 40-Fuß-Standardcontainern entwickeln. Das BIBA – Bremer Institut für Produktion und Logistik an der Universität Bremen arbeitet mit den Entwicklungspartnern BLG Handelslogistik und Schulz Systemtechnik aus Bremen sowie Framos aus Taufkirchen bei München am neuen Projekt „Interaktives Robotiksystem zur Entleerung von Seecontainern“ (IRiS). Das teilte der Logistikdienstleister BLG Handelslogistik mit, der auch Verbundkoordinator im Projekt ist. Das Unternehmen erwartet erste Einsätze eines Prototyps im Jahr 2019.

Roboter soll von harter Arbeit entlasten

Das Vorhaben soll Arbeitsbedingungen in Seehäfen verbessern sowie die Effizienz von Umschlagprozessen erhöhen. Laut BLG entladen in der Regel Menschen die Container in Seehäfen. Die Arbeit sei monoton und körperlich belastend. Für das Entladen eines 40-Fuß-Standardcontainers würden die Mitarbeiter bis zu 1.800 Kartons mit einem Einzelgewicht von teils bis zu 35 Kilogramm bewegen müssen. Der in dem Projekt entwickelte mobile Roboter soll innerhalb kurzer Zeit ohne große Anpassungen in der vorhandenen betrieblichen Infrastruktur zur Entladung eingesetzt werden können. Er soll sich selbstfahrend zwischen mehreren Toren bewegen und bei fortschreitender Entleerung in den Container hineinfahren können.

Digitaler Zwilling und maschinelles Lernen

In dem Vorhaben ist das BIBA für die Gestaltung des Arbeitsplatzes mit der Integration des operativen Personals verantwortlich. Es entwickelt Interaktionsmodule sowie das Monitoringsystem zur Überwachung der Roboter. Außerdem entwickelt es das Kinematik- und Greifsystem. Der Automatisierungs- und Robotikspezialist Schulz Systemtechnik programmiert einen digitalen Zwilling des Roboters. Darauf sollen verschiedene Konfigurationen simuliert und neue Komponenten virtuell getestet werden. Der Spezialist für industrielle Bildverarbeitung, Framos, soll dem Roboter ermöglichen, den Containerinhalt zu analysieren und folglich das Entladen zu optimieren. Die Objekterkennung basiere dabei auf 2D-/3D-Bilddaten und verwende maschinelles Lernen, berichtet Framos.

Verkehrsministerium unterstützt das dreijährige Projekt

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert das dreijährige Vorhaben im Rahmen des Programms für Innovative Hafentechnologien (IHATEC) mit 2,2 Millionen Euro. Der Gesamtumfang beträgt 3,16 Millionen Euro. Begleitet wird das Projekt vom Projektträger TÜV Rheinland.

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung