Conference Days: Der richtige Weg für eine faire und nachhaltige Lieferkette

Was kommt mit dem neuen Lieferkettengesetz konkret auf Unternehmen zu? Diese und weitere Fragen standen im Fokus der Veranstaltung.

Das Lieferkettengesetz – darüber diskutierten Experten zusammen mit LOGISTIK HEUTE-Redakteurin Therese Meitinger. (Symbolbild: Thevisualsyouneed / AdobeStock)
Das Lieferkettengesetz – darüber diskutierten Experten zusammen mit LOGISTIK HEUTE-Redakteurin Therese Meitinger. (Symbolbild: Thevisualsyouneed / AdobeStock)
Melanie Endres

Den Pros und Contras des geplanten Lieferkettengesetzes des Bundes gingen die Diskussionsteilnehmer in der Veranstaltung „Lieferkettengesetz: Der richtige Weg für faire und nachhaltige Supply Chains?“ am Mittwoch, den 28. April, nach. Moderiert wurde die Veranstaltung, die im Rahmen der vom HUSS-VERLAG initiierten Conference Days 2021 stattfand, von LOGISTIK HEUTE-Redakteurin Therese Meitinger. Der allgemeine Tenor der Runde:

„Das Lieferkettengesetz ist nicht perfekt, es schafft bei Unternehmen aber eine gewisse Klarheit“, erklärte Markus Löning, Managing Director & Senior Strategy Advisor bei Löning – Human Rights & Responsible Business, in der Diskussion.

Das Lieferkettengesetz

Welche Mechanismen liegen dem geplanten Gesetz zugrunde? Was spricht für, was gegen ein Lieferkettengesetz? Wie verhält sich eine deutsche Regelung zu anderen nationalen Gesetzen – und einem gesamteuropäischen Ansatz? Und worauf müssen Betroffene jetzt achten? Darüber diskutierten mit Meitinger und Löning Julia Thimm, Head of Human Rights bei Tchibo, Anosha Wahidi, Beauftragte für Nachhaltigkeitsstandards beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), und Berthold Welling, Geschäftsführer und Abteilungsleiter Recht und Steuern, Nachhaltigkeit beim Verband der Chemischen Industrie (VCI).

Luft nach oben

Dass Nachhaltigkeit ein Thema der Zukunft ist, eine nachhaltige Supply Chain aber nicht nur auf unternehmerischer Freiwilligkeit basieren kann, diese Meinung teilten in der Runde viele.

„Wir sehen, dass Freiwilligkeit nicht reicht“, erklärte Thimm. Und was ihr besonders am Herzen liegt: „Die, die etwas tun, dürfen daraus keinen Nachteil ziehen!“

Vielmehr brauche es ein Level Playing Field, also gleiche Bedingungen für alle Marktteilnehmer.

Das Thema Lieferkettengesetz muss politisch ein anderes Gewicht haben“, so Löning.

„Es war ein richtiger Schritt,

zeigte sich Wahidi mit Blick auf den Referentenentwurf des Gesetzes überzeugt. Der Entwurf, den Wahidi BMZ-seitig mitbetreute, wurde am 22. April zum ersten Mal im Bundestag diskutiert. Zwei weitere Lesungen sollen vor seiner Verabschiedung folgen.

Berthold Welling hingegen kritisierte, die engen Fristen im legislativen Prozess ließen wenig Freiraum, um Praxiswissen aus den unterschiedlichen Branchen einzubringen. Schließlich widmeten sich auch viele Brancheninitiativen dem Thema faire Lieferketten - der VCI etwa in den Initiativen „tfs - together for sustainability“ und „PSCI - pharmaceutical supply chain initiative“. 

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