CONFERENCE DAYS 2024: Finanzieren, aber richtig

Wie Unternehmen das passende Finanzierungskonzept für ihre Logistikanlagen finden, war Thema einer Session im Rahmen des digitalen B2B-Events CONFERENCE DAYS.

Marco Wagner und Markus Handorfer erläuterten im Rahmen der CONFERENCE DAYS 2024, wie Unternehmen ihre Logistikanlagen smart finanzieren können. (Screenshot: Sandra Lehmann)
Marco Wagner und Markus Handorfer erläuterten im Rahmen der CONFERENCE DAYS 2024, wie Unternehmen ihre Logistikanlagen smart finanzieren können. (Screenshot: Sandra Lehmann)
Sandra Lehmann

Auf welche Weise Logistikverantwortliche die Automatisierung ihrer Lager abseits eines klassischen Kredits finanzieren können, war Thema des digitalen Fachforums „Automatisierungsprojekte realisieren: Eigenkapital, Fremdkapital oder Outsourcing?“, das am 12. Juni im Rahmen des virtuellen B2B-Events CONFERENCE DAYS stattfand.

Im Rahmen der Session erläuterten Marco Wagner, Head of Global Intralogistics, und Markus Handorfer, Sales Manager DACH & Poland beim Leasing- und Finanzierungspartner DLL, die zwölf größten Herausforderungen bei der Finanzierung von Logistikanlagen sowie Möglichkeiten, die Automatisierung in Logistikzentren finanziell flexibel voranzutreiben. Für eine tragfähige Finanzierung von Logistikanlagen sollten sich Interessierte vor allem einen spezialisierten Finanzierungspartner suchen, sagte Markus Handorfer.

„Bei der Implementierung von Logistikanlagen, aber auch beim Retrofit an bestehenden Standorten gibt es eine Reihe von Parametern zu beachten, die über eine klassische Finanzierungsstrategie hinausgehen.“

Dazu zählten beispielsweise der Verlauf bei der Inbetriebnahme von Anlagen sowie damit verbundene zusätzliche Kosten.

„Förderanlagen, Roboter und Shuttles müssen transportiert, installiert und gewartet werden. Das sind finanzielle Belastungen, die in konventionellen Finanzierungskonzepten häufig keine Berücksichtigung finden und dann für die Anlagenbetreiber on top kommen. Gleiches gilt etwa für Belastungen, wenn Anlagen noch nicht von Anfang an zu 100 Prozent hochgefahren sind“, so Handorfer weiter.

Finanzierungslösungen zu finden, die auf diese Herausforderungen einzahlen, sollte deshalb Kern jeder Strategie sein, so der Experte. Dazu bietet DLL nach Eigenangaben unterschiedliche Operate-Lease-Ansätze, die auf die individuellen Anforderungen ihrer Kunden aus Logistik und Intralogistik einzahlen sollen. Sie reichen Handorfer zufolge von unterschiedlichen Laufzeitmodellen zwischen acht und zehn Jahren sowie verschiedenen Cash-Outflow-Raten pro Jahr. Besonders wichtig ist Handorfer zufolge bei jedem Ansatz den kalkulierten Restwert einer Anlage im Blick zu behalten, der von Konzept zu Konzept variieren kann.

„Außerdem haben wir verschiedenen Möglichkeiten im Portfolio, die bestimmte Geschäftskonzepte berücksichtigen. So bieten wir für E-Commerce-Händler etwa Modelle, bei denen die Rückzahlung an die Peakzeiten des jeweiligen Unternehmens gekoppelt ist. Das heißt, Abschlagzahlungen und Kredittilgung beziehungsweise Leasingraten werden dann fällig, wenn auch Geld in die Kassen der Unternehmen fließt“, erläuterte Handorfer.

Auf diese Weise soll Automatisierung auch für kleinere Unternehmen oder solche mit speziellen Anforderungen möglich werden.

Als Beispiel nannte Handorfer unter anderem ein Automatisierungsprojekt in Schweden für den Elektronikhändler Power International AB.

„Zu realisieren war hier eine AutoStore-Anlage. Die Herausforderungen dabei waren das Kundenrisikoprofil des Händlers sowie lange Lieferzeiten.“

DLL vereinbarte für das Sieben-Millionen-Euro-Investment eine Finance-Lease-Lösung mit fünfjähriger Laufzeit sowie zusätzlichen 22 Monaten Abschlagsfinanzierung mit dem Power International AB. Für die Brauerei AB InBev realisierte DLL eine Lösung, die nicht nur die Finanzierung eines FTS-Systems miteinbezog, sondern auch die sogenannten Softcosts wie Montage, Inbetriebnahme und Software.