CNG/LNG: Rolande eröffnet seine erste deutsche Tankstelle

Am Iveco-Hauptsitz in Ulm gibt es künftig eine öffentliche Selbstbedienungstankstelle für Flüssigerdgas (LNG) und Komprimiertes Erdgas (CNG).

Jeweils zwei Zapfsäulen für LNG und CNG stellt Rolande an seiner ersten öffentlichen LNG/CNG-Tankstelle in Ulm bereit. (Foto: Rolande)
Jeweils zwei Zapfsäulen für LNG und CNG stellt Rolande an seiner ersten öffentlichen LNG/CNG-Tankstelle in Ulm bereit. (Foto: Rolande)
Therese Meitinger

Rolande, bisher Spezialist für den Aufbau von Infrastrukturen für Lkw-Flüssigerdgas und Bio-LNG in den Niederlanden, betritt nun auch den deutschen Markt. Dafür hat das Tilburger Unternehmen am 8. Juli einer Mitteilung zufolge seine erste eigene öffentliche Tankstelle für Liquified Natural Gas (LNG) und Compressed Natural Gas (CNG) am Standort Ulm eröffnet. Sie befindet sich direkt vor dem Werksgelände des Hauptsitz der Iveco Magirus AG und ersetzt die bisherige mobile LNG-Tankstelle, die bisher der Versuchsabteilung des Nutzfahrzeugherstellers für Feldtests zur Verfügung stand.

„Wir sind stolz, heute mit der ersten regulären Tankstelle das Teststadium zu beenden“, sagte Christian Sulser, Vorstand Vertrieb und Marketing bei der Iveco Magirus AG, auf einer Pressekonferenz anlässlich der Eröffnung.

„In den Niederlanden sind wir mit 13 LNG-Tankstellen Marktführer, doch unsere Ambitionen gehen darüber hinaus“, erklärte Rolande-CEO Jolon van der Schuit in Ulm.

Dass die ursprünglich für Ende 2019 geplante Eröffnung am schwäbischen Standort im Zuge der Coronakrise und technischer Probleme um einige Monate verschoben werden musste, bremst den Ehrgeiz der Niederländer offenbar nicht: Noch in diesem Jahr will Rolande weitere neue LNG-Stützpunkte mit Partnern in Dortmund, Duisburg, Grasdorf, Lübeck und Ziesar an den Start bringen. Auch für 2021 ist nach Firmenangaben ein weiterer Ausbau des Netzes in Deutschland geplant.

Flexibel auf Bio-LNG umrüsten

Jede dieser Tankstellen sei bereits für einen späteren Einsatz von Bio-LNG gerüstet, so der Anbieter. „Wir verfolgen eine Schritt-für-Schritt-Strategie, die von LNG über eine Beimengung von Bio-LNG hin zu Bio-LNG führt“, erläuterte van der Schuit anlässlich der Tankstelleneröffnung. Wie auch Christian Sulser begrüßt er die Verlängerung der Mautfreiheit von CNG- und LNG-betriebenen Lkws bis Ende 2023, die der Bundesrat kürzlich beschloss. Nach Angaben der Deutschen Energie Agentur DENA sind in der Bundesrepublik aktuell erst 21 Tankstellen in Betrieb. Christian Sulser von Iveco geht jedoch davon aus, dass sich auch angesichts des aktuell angespannten Transportmarkts der Stellenwert von LNG und CNG deutlich erhöhen wird: „Wir rechnen damit, dass von den 2020 in Deutschland neu angemeldeten Lkws drei bis vier Prozent mit Gas angetrieben werden“, sagte er anlässlich der Tankstelleneröffnung in Ulm.  

Die Anlage in Ulm ist nach Herstellerangaben eine klassische öffentliche 24/7-Selbstbedienungstankstelle mit zwei LNG-Zapfsäulen und zwei CNG-Zapfsäulen, deren Kapazität eine zügige Betankung ohne lange Wartezeiten ermöglichen soll. Mit einer Kapazität von täglich bis zu 150 Fahrzeugen sowie großzügiger Ein- und Ausfahrt ist die Tankstelle im Hinblick auf Schwerlastwagen dimensioniert. Die Tankstelle in Ulm ist Rolande zufolge Teil des Connect2LNG-Projekts, das durch das CEF-Programm der Europäischen Kommission finanziert wird. Ziel des Connect2LNG-Projekts sei die Entwicklung eines europäischen LNG-Betankungsnetzes mit der Inbetriebnahme von fünf Stationen in Deutschland und Frankreich, so der Anbieter.

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