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Citylogistik: Neue Wege gehen

Experten sagen Micro-Depots und Auslieferungsrobotern große Zukunft voraus.
Halten den Einsatz von E-Lastenrädern und Auslieferungsrobotern bei der Versorgung der Innenstädte für sinnvoll: Wissenschaftler Prof. Dr. Ralf Bogdanski (links) und DPD-Vertreter Gerd Seber (mitte) im Gespräch mit LOGISTIK HEUTE-Chefredakteur Thilo Jörgl. Foto: Sandra Lehmann
Halten den Einsatz von E-Lastenrädern und Auslieferungsrobotern bei der Versorgung der Innenstädte für sinnvoll: Wissenschaftler Prof. Dr. Ralf Bogdanski (links) und DPD-Vertreter Gerd Seber (mitte) im Gespräch mit LOGISTIK HEUTE-Chefredakteur Thilo Jörgl. Foto: Sandra Lehmann
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Redaktion (allg.)

KEP-Dienstleister könnten der Paketflut und taggleichen Belieferungsservices besser Herr werden, wenn sie vermehrt auf die Anmietung von Micro-Depots und Lastenrädern in den Innenstädten setzen. Das sagte Werner Gliem, Cluster-Manager der Hamburger Logistikinitiative, auf einem Fachforum von LOGISTIK HEUTE und der Logix-Organisation zum Thema Citylogistik auf der Fachmesse EXPO REAL 2016 in München. Gliem berichtete über das Projekt des Dienstleisters UPS in Hamburg, das die Kommune unterstützt. Mit Paketen gefüllte Container werden auf Flächen der Stadt abgestellt, Mitarbeiter von UPS verteilen die Sendungen dann unter anderem per Lastenrad in einem engen Radius um das Depot.

Gefährliche Drohnen

Gerd Seber, Group Manager Sustainablity & Innovation beim KEP-Dienstleister DPD, skizzierte ein Projekt seines Arbeitgebers in Nürnberg. In der Frankenmetropole wurde ein innerstädtisches, unterirdisches Depot angemietet. Auch DPD setzt auf Lastenräder mit Batterieunterstützung. Solchen Spezialrädern, Kurieren, E-Fahrzeugen und Mini-Auslieferungsroboter, wie sie Hermes etwa in Hamburg einsetzt, sagt Wissenschaftler Prof. Dr. Ralf Bogdanski, Citylogistikexperte an der Technischen Hochschule Georg Simon Ohm in Nürnberg, eine große Zukunft voraus. Den großflächigen Einsatz von Drohnen zur Paketauslieferung hält er indes für eine Utopie. „Drohnen sind in Städten einfach zu gefährlich“, so der Forscher. Spezialeinsätze auf Werksgeländen oder Medikamentenlieferungen in entlegene Gebiete wird es seiner Ansicht nach aber künftig vermehrt geben.

Schnelle Belieferung

Wie Logistikimmobilien der Zukunft aussehen könnten, skizzierte Andreas Fleischer, Business Unit Director Nordeuropa bei Segro während der Diskussion. Der Entwickler mit Sitz in England hat sich bei seinen Logistikimmobilien den Themen Architektur, Energieeffizienz und Services, die über ein neues Kundenportal 2017 angeboten sollen, verschrieben. Hierzulande hat Segro einige stadtnahe Gewerbeparks in revitalisierten, alten Industrieanlagen gebaut, wo sich diverse Nutzer eingemietet haben – vom StartUp, über Autowerkstätten bis hin zu Logistidienstleistern. Die Lagerflächen seien nicht besonders groß, aber für eine schnelle Belieferung der Innenstädte ideal, so Fleischer.

Rampe für 40-Tonner

Der Immobilienexperte betonte aber auch, dass die Verhandlungen für Genehmigungen in Sachen Logistik mit Kommunen für solche innerstädtischen Anlagen oft „sehr zäh“ seien. „Es ist meistens einfacher, 100.000 Quadratmeter für Logistik auf der grünen Wiese zu entwickeln als 2.000 Quadratmeter in einer Stadt“, sagte Fleischer. Seiner Meinung nach sollten deutsche Städteplaner ihren Blick vermehrt in Richtung Asien richten. In Großstädten sind dort in Hochhäusern Logistikflächen auf drei oder vier Ebenen reserviert. Man müsse künftig auch über Flächen für Logistiker in Parkhäusern oder Hotels nachdenken, sagte Fleischer. Sein Unternehmen will demnächst in Paris eine Logistikanlage auf zwei Ebenen bauen – inklusive einer Rampe für 40 Tonnen schwere Lkw.

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