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City-Logistik: Vielfalt gegen die Belastungsprobe

Urbane Logistik wird Schwerpunktthema der transport logistic 2019.  

Das Konzept „Dachser Emission-Free Delivery“ kombiniert leichte und mittelschwere Elektro-Lkw mit einem Gesamtgewicht von bis zu 18 Tonnen mit Lastenrädern und Mikrohubs. (Foto: Dachser)
Das Konzept „Dachser Emission-Free Delivery“ kombiniert leichte und mittelschwere Elektro-Lkw mit einem Gesamtgewicht von bis zu 18 Tonnen mit Lastenrädern und Mikrohubs. (Foto: Dachser)
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Therese Meitinger

Durch den anhaltenden Trend zur Verstädterung, den Boom des E-Commerce oder auch steigende Anforderungen an die Luftqualität sieht sich die urbane Logistik zunehmend Belastungen ausgesetzt. „Der Druck auf die Logistikbranche steigt und betroffen sind nicht nur die KEP-Dienstleister, sondern auch die Stückgutspediteure, die dringend neue Konzepte für die Stadtbelieferung benötigen“, so Stefan Rummel, Geschäftsführer der Messe München. „Hochschulen, Forschungsinstitute und führende Logistikdienstleister entwickeln und testen bereits konkrete Lösungsansätze, die den drohenden Kollaps der innerstädtischen Versorgung verhindern sollen.“ Vieles davon sei im Juni auf der transport logistic in München zu sehen oder werde dort diskutiert.

Von emissionsfreien Lkws bis Micro-Hubs

Für die Messe, die vom 4. bis 7. Juni 2019 stattfindet, haben sich etwa Preisträger des Wettbewerbs „Nachhaltige Urbane Logistik“ angekündigt, den das Bundesumweltministerium zusammen mit dem Umweltbundesamt austrug. Zu diesen zählt der Logistikdienstleister Dachser, der in der Stuttgarter Innenstadt ein emissionsfreies Liefergebiet für Stückgutsendungen definiert und dauerhaft in sein Netzwerk integriert hat: „Dachser Emission-Free Delivery“ nutzt leichte und künftig auch mittelschwere Elektro-Lkw mit einem Gesamtgewicht von bis zu 18 Tonnen und kombiniert diese mit Lastenrädern und Mikrohubs. Damit werden palettierte Stückgutsendungen nach Unternehmensangaben emissionsfrei zugestellt. Der Anbieter plant, sein Lieferkonzept auch auf andere Städte auszuweiten.

Ein weiterer Preisträger, das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, will verstärkt Tagesrand- und Nachtzeiten nutzen, um die Innenstädte zu entlasten. Das Logistikkonzept „GeNaLog“ (Geräuscharme Nachtlogistik) setzt Elektro-Lkw, geräuschoptimierte Fahrzeugböden und Ladehilfsmittel sowie speziell geschulte Fahrer ein. Ein fünfwöchiger Praxistest bei der Rewe Group in Köln ist bereits erfolgt.

Ebenfalls an das Fraunhofer IML ging der Sonderpreis für einen Ansatz zum unterirdischen Transport über Rohrleitungen. Der „Smart City Loop“ befördert Güter auf Lastenträgern von City-Hubs am Stadtrand zu Mikrodepots in der Innenstadt. Das System kann auch umgekehrt genutzt werden, um zum Beispiel Leergut und Retouren zum Stadtrand zu liefern.

Autonom durch die Luft

An der Universität Duisburg-Essen plant der Verkehrsphysiker Professor Dr. Michael Schreckenberg für die urbane Logistik die dritte Dimension zu erschließen. Er forscht intensiv an der Nutzung von Lieferdrohnen und verweist auf den von Daimler entwickelten Vision Van. Dieser verfügt über einen voll automatisierten Laderaum und integrierte Drohnen zur autonomen Luftzustellung. Ebenso praxisnah sei bereits der Volocopter, ein autonom fliegendes Luft-Taxi, oder das Seilbahnsystem der bolivianischen Stadt La Paz, das als das größte urbane Seilbahnnetz der Welt gilt.

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