Chipmangel: Wolfspeed und ZF wollen gemeinsam SiC-Halbleiter fertigen

Unter anderem investiert ZF in Wolfspeed, um den geplanten Bau einer Siliziumkarbid-Halbleiterfabrik im Saarland zu unterstützen.

Das stillgelegte Kohlekraftwerk im saarländischen Ensdorf mit einer Animation der geplanten 200-Millimeter-Siliziumkarbid-Halbleiterfabrik von Wolfspeed und ZF. (Visualisierung: ZF)
Das stillgelegte Kohlekraftwerk im saarländischen Ensdorf mit einer Animation der geplanten 200-Millimeter-Siliziumkarbid-Halbleiterfabrik von Wolfspeed und ZF. (Visualisierung: ZF)
Therese Meitinger

Der auf Siliziumkarbid-Technologie spezialisierte US-Chiphersteller Wolfspeed und der Friedrichshafener Automobilzulieferer ZF planen im Rahmen einer strategischen Partnerschaft ein Innovationszentrum für die Entwicklung von Siliziumkarbid-Systemen und -Bauteilen für Mobilitäts-, Industrie- und Energieanwendungen. Das gaben die beiden Unternehmen am 1. Februar bekannt.

Die Partnerschaft umfasse zudem eine finanzielle Beteiligung von ZF am geplanten Bau der nach Firmenangaben weltweit modernsten und größten 200-mm-Siliziumkarbid-Halbleiterfertigung im saarländischen Ensdorf, so die Kooperationspartner. Sowohl das gemeinsame Forschungszentrum als auch die Wolfspeed-Fabrik sind nach Firmenangaben integrierter Teil des „wichtigen Vorhabens von gemeinsamem europäischem Interesse („Important Project of Common European Interest – IPCEI) für Mikroelektronik und Kommunikationstechnologien“, dessen beihilferechtliche Genehmigung durch die Europäische Kommission noch aussteht.

„Diese Initiativen sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen industriellen Transformation. Sie stärken die Widerstandsfähigkeit der europäischen Lieferketten und unterstützen gleichzeitig den Europäischen Green Deal und die strategischen Ziele von Europas digitaler Dekade“, sagt Dr. Holger Klein, Vorstandsvorsitzender von ZF.

200-mm-Siliziumkarbid-Fabrik der nächsten Generation

Das gemeinsame Forschungszentrum von ZF und Wolfspeed soll sich auf die Herausforderungen im Bereich der Elektromobilität und der erneuerbaren Energien konzentrieren. Als Ziel der Zusammenarbeit nennen die Kooperationspartner die Entwicklung von Innovationen für Siliziumkarbid-Systeme, -Produkte und -Anwendungen – und zwar über die gesamte Wertschöpfungskette vom Chip bis hin zu kompletten Systemen. Weitere Kooperationspartner werden eingeladen, sich an dem Innovationsprozess zu beteiligen, um ein umfassendes europäisches Siliziumkarbid-Netzwerk aufzubauen.

Wolfspeed plant zudem den Bau einer hochautomatisierten, hochmodernen 200-Millimeter-Wafer-Fabrik im Saarland. ZF beabsichtigt Eigenangaben zufolge diesen Neubau mit einem dreistelligen Millionen-Euro-Betrag im Tausch gegen Wolfspeed-Stammaktien zu unterstützen. Als Teil dieser Investition erhalte ZF eine Minderheitsbeteiligung an der Fabrik in Ensdorf, heißt es. Die Kontrolle und operative Leitung der neuen Fabrik liege bei Wolfspeed.

„Mit ZF haben wir einen starken Partner an unserer Seite, der sowohl branchenführende Erfahrung in der Skalierung von Komponenten für die Elektromobilität mitbringt als auch die Fähigkeit besitzt, Innovationen in Siliziumkarbid-Systemen und Leistungsbauelementen zu beschleunigen. Ich bin zuversichtlich, dass diese Partnerschaft die Siliziumkarbid-Halbleitertechnologie auf ein neues globales Niveau heben und die Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit und Effizienz in einer Vielzahl von Branchen unterstützen wird“, sagte Gregg Lowe, Präsident und CEO von Wolfspeed.