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Chemie: Logistik als Erfolgsfaktor

Miebach veröffentlicht Studie zur Chemielogistik 2019.

Laut Miebach Consulting ist in der Chemieindustrie eine produkt- und marktspezifische Ausrichtung der Supply Chains angesagt. (Foto: chagpg/Fotolia)
Laut Miebach Consulting ist in der Chemieindustrie eine produkt- und marktspezifische Ausrichtung der Supply Chains angesagt. (Foto: chagpg/Fotolia)
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Matthias Pieringer

Miebach Consulting hat eine neue Marktstudie über Logistik in Chemieunternehmen vorgestellt. Darin vergleichen die Logistikberater die aktuellen Ergebnisse auch mit der Vorgängerstudie von 2016, um Entwicklungen aufzuzeigen.

„Seit fünf bis zehn Jahren ist die Chemieindustrie aus dem logistischen Dornröschenschlaf erwacht. Zunehmender Wettbewerbsdruck, erhöhte Preissensibilität der Kunden, Verschiebung von Beschaffungs- und Absatzmärkten sowie zunehmende Safety- und Security-Regularien stellen die Logistik der Chemieunternehmen vor neue Herausforderungen“, so Dr. Klaus-Peter Jung, Mitglied der Geschäftsleitung, Miebach Consulting.

SCM: podukt- und marktspezifisch ausgerichtet

Laut Miebach-Mitteilung zur Studie kann entgegen anderslautender wissenschaftlicher Publikationen unter den teilnehmenden Unternehmen keine klare Ausrichtung ihrer Supply Chains bezüglich „lean“, „agil“ oder „serviceorientiert“ festgestellt werden. Nicht „one Supply Chain fits all“, sondern eine Produkt- und marktspezifische Ausrichtung der Supply Chains und die Parallelität verschiedener Supply Chains seien angesagt.

Die Autoren nutzten für die Studie 27 auswertbare Antworten von Chemieunternehmen in Deutschland. Die Befragung erfolgte im Januar und Februar 2019 über einen Online-Fragebogen. Miebach zufolge erfasste die Befragung eher die größeren Unternehmen der Branche. Knapp 60 Prozent der teilnehmenden Unternehmen weisen demnach einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro auf.  

Vergleichsweise geringer Outsourcinggrad

Weitere Kernaussage der Studie: Der Logistikoutsourcinggrad ist in der chemischen Industrie noch immer deutlich geringer als in anderen produzierenden Bereichen. Dabei habe gerade die zunehmende Professionalisierung der Logistikdienstleister in den letzten Jahren in diesem Industriesegment weitergehende Möglichkeiten eröffnet, Prozesse auszulagern.

Während in der Studie 2016 das größte zukünftige Wachstum in Relation zum bisherigen Outsourcinggrad in der Abfüllung, der Analytik sowie im Betreiben von Silolägern prognostiziert wurde, erwarten die Teilnehmer der Studie 2019 vor allen Dingen zukünftiges Wachstum in den Bereichen Tanklager-Bewirtschaftung, interne Werkstransporte, und Verladen/Etikettieren.

Obwohl sich der 4PL-Ansatz ein Stück weit in der chemischen Industrie etablieren habe können, machen die aktuellen Studienergebnisse Miebach zufolge zudem deutlich, dass weder signifikante Kosten- noch Qualitätsvorteile durch ein 4PL-Konzept von den Teilnehmern erwartet werden. Vielmehr böten, heißt es in der Mitteilung zur Studie, Alternativen wie Supply-Chain-Visibility oder Control-Tower-Ansätze ähnliche Vorteile, ohne Abhängigkeitsprobleme zu schaffen.

Fokus hin zur Serviceverbesserung

Gemäß der Studie sind deutliche Schwerpunkte vergangener Projekte auf strategischer, infrastruktureller und operativer Ebene mit unterschiedlichen Zielsetzungen auszumachen. Dabei wird sich nach Einschätzung der Teilnehmer zukünftig der Fokus der Zielrichtung der Projekte weg von Kostensenkung mehr in Richtung Serviceverbesserung verschieben.

Wachstum als Top-Treiber für Logistikprojekte

Auch 2019 wird als wesentlicher Treiber für Logistikprojekte in den vergangenen fünf Jahren das eigene Unternehmenswachstum gesehen. Neu hingegen sind die Themen demografischer Wandel auf Platz 2, Brexit auf Platz 3 und Personalmangel in der Logistik auf dem vierten Rang.

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