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CeMAT: Cobots sind im Kommen

Experten glauben, dass sich Roboter in der Logistik schnell verbreiten werden.
Diskutierten mit LOGISTIK HEUTE-Chefredakteur Thilo Jörgl (Zweiter von rechts) über Cobots im Forum Logistics 4.0 auf der CeMAT (von links): Guido Follert (Fraunhofer IML), Jana Jost (Fraunhofer IML), Prof. Dr. Björn Hein (KIT), Dr. Simon Haddadin (Franka Emika) und Bas Dumoulin (Vanderlande Industries).
Diskutierten mit LOGISTIK HEUTE-Chefredakteur Thilo Jörgl (Zweiter von rechts) über Cobots im Forum Logistics 4.0 auf der CeMAT (von links): Guido Follert (Fraunhofer IML), Jana Jost (Fraunhofer IML), Prof. Dr. Björn Hein (KIT), Dr. Simon Haddadin (Franka Emika) und Bas Dumoulin (Vanderlande Industries).
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Thilo Jörgl

Autonome Transportsysteme, Kommissionierroboter, intelligente Regale: Viele einfache Tätigkeiten in der innerbetrieblichen Logistik werden künftig von Robotern und selbst lernenden Geräten erledigt werden. Diese These vertraten Experten im Forum „Mensch-Roboter-Kollaboration in der Social Networked Industry“, das am 24. April auf der Intralogistikmesse CeMAT in Hannover über die Bühne ging. Organisiert wurde es vom Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik (IML) sowie der Fachzeitschrift LOGISTIK HEUTE.

Billigere Sensoren

Dr. Simon Haddadin, Geschäftsführer des Münchner Robotik-Start-Ups Franka Emika, betonte, dass ein Grund für die erfolgreiche Kollaboration von Menschen und Maschinen die schnelle Entwicklung – und der Preisverfall – in der Sensorik gewesen sei. Sein Unternehmen biete beispielsweise einen Roboter an, der für weniger als 10.000 Euro plus Software zu kaufen sei. Binnen weniger Minuten kann man Haddadin zufolge so einem Gerät lernen, Smartphones auf ihre Funktionstüchtigkeit zu testen. Handyhersteller lassen solche Tätigkeit aktuell noch Menschen in Billiglohnländern erledigen. Der Sicherheitsstandard beim Einsatz von Cobots ist laut Haddadin hoch. „Die Sensorik garantiert, dass Menschen und Waren in der Umgebung der Geräte nicht verletzt werden“, so Haddadin. Ein weiterer Grund für den Erfolg von Cobots sei auch die leichte Bedienbarkeit. „Ein Kind ist heute nur unwesentlich langsamer, einem guten Roboter eine Tätigkeit zu lernen als ein Ingenieur“, betonte der Gründer.

Neue Jobs entstehen

Haddadin sagte, dass in der Logistik Cobots bisher nur einen kleinen Teil der Tätigkeiten erledigen, daher sei das Potenzial „sehr hoch“. Er schlug damit in die gleiche Kerbe wie eine Studie von Boston Consulting. Sie besagt, dass bis 2025 ein Viertel aller Jobs von Software oder Robotern erledigt wird. Ebenfalls große Chancen für die Verbreitung von Cobots sahen die Wissenschaftler Prof. Dr. Björn Hein vom KIT Karlsruhe sowie Guido Follert und Jana Jost vom Fraunhofer IML. Letztere sagte: „Wir werden sehen, wie sich soziale Netzwerke auch in der Industrie durchsetzen werden.“ Follert, Abteilungsleiter Maschinen und Anlagen am Fraunhofer IML, glaubt, dass in der Logistik „einfache Jobs durch den Roboter stark gefährdet sind“. Im gleichem Atemzug warnte er jedoch davor, Horrorszenarien vom „Menschen als Sklaven der Maschine“ oder der „menschenleeren Fabrik“ zu verbreiten. Seiner Ansicht nach werden nicht nur einfache Tätigkeiten durch Maschinen ersetzt. Es entstünden gleichzeitig neue Jobs zur Überwachung und Wartung der Geräte.

Vier Roboter kontrollieren

Bas Dumoulin, Principal System Engineer, des Intralogistikanbieters Vanderlande Industries, zeigte, wie neue Jobs im Bereich der Kommissionierung künftig aussehen können. Das niederländische Unternehmen entwickelte im Projekt „Smart Item Robotics“ einen Roboter für die Kommissionierung im Lager. Ein Mitarbeiter kontrolliert dabei Roboter an vier Kommissionierplätzen gleichzeitig. Ein Gerät kann bis zu 600 Artikel pro Stunden picken und in Behälter oder Kartons ablegen. Die Artikel können sehr unterschiedlich sein. Das Investment in so ein Projekt habe sich in weniger als zwei Jahren amortisiert, rechnete der Niederländer vor. „Aber der größte Treiber sind nicht die Kosten, sondern der Mangel an Mitarbeitern“, so Dumoulin.

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