Bundeskartellamt: Grünes Licht für Notfallplattform Impfzubehör

Die Plattform soll Engpässen der Impfzentren bei der Versorgung mit Impfzubehör vorbeugen. Auch der Pharmagroßhandel darf nun einsteigen.

Damit beim Impfzubehör keine vergleichbaren Engpässe aufkommen wie bei Covid-19-Impfstoffen, koordinieren Bundesländer und Hersteller ihr Vorgehen über eine Notfallplattform. (Foto: Andreas Prott / Adobe Stock)
Damit beim Impfzubehör keine vergleichbaren Engpässe aufkommen wie bei Covid-19-Impfstoffen, koordinieren Bundesländer und Hersteller ihr Vorgehen über eine Notfallplattform. (Foto: Andreas Prott / Adobe Stock)
Therese Meitinger

Das Bundeskartellamt hat in einer Pressemitteilung vom 29. März grünes Licht für den Einstieg der Vollsortiments-Pharmagroßhändler bei der „VCI Notfallplattform Impfzubehör“ gegeben. Die Plattform wurde demnach mit Einverständnis des Bundeskartellamtes gegründet, um die Versorgung mit Impfzubehör (Spritzen, Kanülen und Natriumchlorid-Lösung) besser zu koordinieren. Der pharmazeutische Großhandel soll nach Plänen der Bundesregierung ab dem zweiten Quartal 2021 gemeinsam mit den Apotheken die Auslieferung des Covid-19 Impfstoffs an die niedergelassenen Ärzte übernehmen. Dies betreffe auch die Bereitstellung fertiger Sets aus Impfstoff und erforderlichem Impfzubehör, so die Mitteilung.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts:

„Wir haben bereits im Februar ein schnelles und unbürokratisches Signal für die Kooperation im Rahmen der ,Notfallplattform Impfzubehör‘ gesendet. Aus unserer Sicht ist es auch folgerichtig, die Plattform für den Pharmagroßhandel zu öffnen. Dieser kann bei der Impfstoffverteilung und der Zusammenstellung von Impfsets eine wichtige Rolle einnehmen.“

Insgesamt sei davon auszugehen, dass die Versorgungslage mithilfe der Plattform unter Einbeziehung aller relevanten Marktakteure verbessert werde, so Mundt weiter. Zeitlich solle sie auf die pandemische Notsituation beschränkt bleiben.

Über die B2B-Plattform informieren die Bundesländer und die Hersteller von Impfzubehör über ihre jeweilige Versorgungslage beziehungsweise ihre Lieferfähigkeit. Diese Transparenz solle dazu beitragen, die Lieferkette besser zu koordinieren, um eine Verknappung beim Impfzubehör beziehungsweise eine Fehlallokation zu verhindern, hieß es. Die Plattform liefert der Mitteilung zufolge keine Angaben zu Preisen und Mengen der Anbieter und soll temporär auf die aktuelle Notfallsituation beschränkt bleiben. Das Bundeskartellamt hatte gegenüber den Beteiligten bereits im Februar 2021 erklärt, wegen der „VCI Plattform Impfzubehör“ nach dem seinerzeitigen Kenntnisstand kein Verfahren einzuleiten. Dies gilt laut der Mitteilung nun auch für die Erweiterung der Plattform um den pharmazeutischen Großhandel.

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