Buchlogistik: KNV Zeitfracht kooperiert mit Fraunhofer IAO zu KI

Ziel der Zusammenarbeit ist eine dynamische Disposition für das Großhandelsangebot.

Aus ihrem Logistikzentrum in Erfurt liefert KNV Zeitfracht rund ein Fünftel der Ware für den deutschsprachigen Buchmarkt. (Foto: KNV Zeitfracht)
Aus ihrem Logistikzentrum in Erfurt liefert KNV Zeitfracht rund ein Fünftel der Ware für den deutschsprachigen Buchmarkt. (Foto: KNV Zeitfracht)
Therese Meitinger

Der auf Bücher spezialisierte Logistikdienstleister KNV Zeitfracht hat am 22. Juli eine Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO bekanntgegeben. Mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sei ein gemeinsames Projekt im Themenfeld Künstliche Intelligenz (KI) vereinbart worden, so der Anbieter. KNV Zeitfracht hatte mit dem Projektvorschlag nach Eigenangaben ein zweistufiges Auswahlverfahren des KI-Fortschrittszentrums „Lernende Systeme“ gewonnen. Die Fraunhofer-KI-Expertinnen und -Experten beschäftigen sich nun drei Monate damit, wie das Berliner Unternehmen das Großhandelsangebot künftig noch bedarfsgerechter anbieten kann.

Unter dem Titel „Weiterentwicklung der Dynamischen Disposition durch Künstliche Intelligenz“ soll bereits nach der Projektphase ein funktionsfähiger Prototyp implementiert sein. Hinter der Initiative stehen nach Firmenangaben das Land Baden-Württemberg, das Fraunhofer IAO und das Tübinger Cyber Valley. Die Arbeit wird von der Landesregierung finanziert.

Software lernt, wie sich Artikel künftig verkaufen

Thomas Raff, Sprecher der Geschäftsführung von KNV Zeitfracht: „Mit solch innovativen Projekten setzen wir Trends und stellen wir uns gut auf für die Zukunft. Die Zusammenarbeit der Wissenschaft mit der Wirtschaft wird für beide Seiten fruchtbar sein.“

Rund 70.000 neue Bücher erschienen in Deutschland pro Jahr, argumentiert KNV Zeitfracht. Aktuell nutze man neben der Expertise der Einkäuferinnen und Einkäufer bereits eine dynamische Disposition, um das Sortiment aus den vielen hunderttausenden Büchern, Spielen, Kalendern, Hörbüchern, Nonbooks und weiteren Artikeln weitgehend automatisiert aktuell und lieferbar zu halten. Auf der Basis von Künstlicher Intelligenz soll die Software nun lernen, wie sich Artikel künftig verkaufen, um dynamisch auf den Markt zu reagieren und Trends oder saisonale Anlässe einzubeziehen. Dazu werden den Projektpartner zufolge unterschiedlichste Datenquellen verwendet.

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