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Buchgroßhandel: Sieben KNV-Gesellschaften stellen Insolvenzantrag

Vorläufiger Insolvenzverwalter will möglichst viele Arbeitsplätze erhalten.

Bücherstapel für Leseratten: Der vorläufige Insolvenzverwalter möchte für den Buchgroßhändler KNV eine nachhaltige Zukunftslösung erreichen. (Symbolbild; Foto: pictworks/AdobeStock
Bücherstapel für Leseratten: Der vorläufige Insolvenzverwalter möchte für den Buchgroßhändler KNV eine nachhaltige Zukunftslösung erreichen. (Symbolbild; Foto: pictworks/AdobeStock
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Matthias Pieringer

Der Buchlogistiker Koch, Neff und Volckmar (KNV) hat für sieben seiner Gesellschaften am 14. Februar 2019 beim Amtsgericht Stuttgart einen Insolvenzantrag gestellt. Der Rechtsanwalt Tobias Wahl von Anchor Rechtsanwälte ist vom Gericht für alle Gesellschaften zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden. Nach der am frühen Abend des 13. Februar 2019 gescheiterten Investorenverhandlung wolle die KNV die angeschobene und derzeit laufende Restrukturierung im Zuge des Insolvenzverfahrens erzielen, hieß es am 15. Februar in einer im Auftrag des vorläufigen Insolvenzverwalters verbreiteten Pressemitteilung.

„Die KNV nimmt als größter deutscher Buchgroßhändler eine wichtige Schnittstelle zwischen den Verlagen und dem Bucheinzelhandel ein. Mein Ziel ist es, das für die Branche bedeutsame Unternehmen fortzuführen und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten“, so der vorläufige Insolvenzverwalter Wahl.

Mitarbeiterversammlung an den Standorten in Stuttgart und Erfurt

Die Löhne und Gehälter der rund 1.800 Mitarbeiter an allen betroffenen Standorten seien, wie es weiter in der Pressemitteilung hieß, durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit bis Ende April 2019 gesichert. Der vorläufige Insolvenzverwalter werde umgehend Gespräche mit der Agentur für Arbeit angehen und die Insolvenzgeldvorfinanzierung beantragen, „sodass die Löhne und Gehälter auch im Februar 2019 umgehend und pünktlich ausgezahlt werden. Die Mitarbeiter wurden vom vorläufigen Insolvenzverwalter und seinem Team bereits auf einer Mitarbeiterversammlung an den Standorten in Stuttgart und Erfurt über die aktuelle Situation informiert.“

„Ich möchte die Unternehmensgruppe im vorläufigen Verfahren bestmöglich stabilisieren und eine nachhaltige Zukunftslösung für die KNV-Gesellschaften erreichen. Hierfür werden sich die Geschäftsleitung, das Insolvenzteam und ich uns nach Kräften einsetzen“, sagte Wahl. Sehr zügig werde er Gespräche mit in Frage kommenden Investoren angehen und einen strukturierten Investorenprozess in Absprache mit den Gläubigerausschüssen einleiten. Ziel sei es, so Wahl, die Unternehmen langfristig und robust am Markt zu positionieren.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee hatte sich bereits am 14. Februar in einer ersten Stellungnahme zur Insolvenzanmeldung geäußert: „KNV ist ein Traditionsunternehmen der deutschen Buchbranche. Das ist natürlich eine ganz bittere Nachricht für uns alle – in erster Linie das Unternehmen und die Beschäftigten, aber auch für den Standort Thüringen.“

Tiefensee spricht über Logistikstandort Erfurt

Thüringens Wirtschaftsminister sagte weiter, die insgesamt schwache Entwicklung des Buchmarkts, aber auch gewisse Anlaufschwierigkeiten am neuen Logistikstandort in Erfurt hätten das Unternehmen KNV schon seit einigen Jahren vor „besondere Herausforderungen“ gestellt. „Wir haben das als Land eng begleitet und natürlich immer gehofft, dass die Wende zum Positiven geschafft wird.“ Wie das Thüringer Wirtschaftsministerium weiter verlauten ließ, bedauerte Tiefensee daher, dass die laufenden Investorenverhandlungen nun so kurz vor dem Ziel gescheitert seien.

Dennoch gehe er auch jetzt zunächst weiterhin von einer positiven Fortführungsprognose für das Unternehmen und nicht zuletzt den Logistikstandort in Erfurt aus, hieß es. „Aus der Insolvenz heraus kann ein Neustart geschafft werden, in welcher Form auch immer. Das muss das erklärte Ziel sein. Als Land werden wir den weiteren Prozess selbstverständlich eng begleiten.“ 

 

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