Brexit: Holzpaletten verlangsamen grenzüberschreitende Transporte

Holzpaletten müssen seit 1. Januar dem ISPM 15-Standard entsprechen. Kontrollen hierzu können den Grenzverkehr zwischen der EU und Großbritannien ausbremsen.

Seit 1. Januar brauchen Paletten im Warenverkehr zwischen der EU und Großbritannien das ISPM-Label. Ohne dürfen sie nicht über die Grenze. (Foto: HPE)
Seit 1. Januar brauchen Paletten im Warenverkehr zwischen der EU und Großbritannien das ISPM-Label. Ohne dürfen sie nicht über die Grenze. (Foto: HPE)
Therese Meitinger
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Mit dem Brexit haben sich zum 1. Januar 2021 auch die Vorschriften für den Warentransport aus und nach Großbritannien geändert. Unter anderem gilt seither für Holzpaletten, dass sie dem ISPM 15-Standard entsprechen müssen. Seitdem Großbritannien aus dem EU-Binnenmarkt ausgetreten ist, werden die Ladungsträger an allen Grenzen auf die Einhaltung des Standards hin kontrolliert. Das teilte der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie und Kunststoffe verarbeitenden Industrie in einer Pressemeldung am 18. Januar 2021 mit.

Frischholzbehandlung ist Pflicht

Das ISPM 15-Regelwerk schreibe vor, so die Mitteilung, dass Verpackungs- und Transportmaterialien im grenzüberschreitenden Verkehr gegen mögliche Frischholzschädlinge mit Hitze behandelt sein müssen. Dies gelte für alle Ladungsträger, die für den Export in und den Import aus Nicht-EU-Ländern vorgesehen sind. ISPM steht für „Internationaler Standard für Pflanzengesundheitliche Maßnahmen für Verpackungsmaterial aus Holz im internationalen Handel“. Bei Nichteinhaltung werden die Paletten samt Waren zurückgesendet oder müssen auf Kosten des Versenders nachbehandelt werden.

Genau das könnte nun zu ernsthaften Verzögerungen im Warentransport zwischen EU und Großbritannien führen, warnt der Bundesverband Holzpackmittel, Paletten, Exportverpackung (HPE).

„Schätzungsweise nicht einmal die Hälfte aller Paletten, die zwischen England und Europa unterwegs sind, entsprechen den ISPM-Vorgaben“, so HPE-Geschäftsführer Marcus Kirschner.

Neben Transportschwierigkeiten aufgrund der Corona-Pandemie scheinen Holzpackmittel-Kunden von den seit 1. Januar gültigen Anforderungen und den notwendigen Formalitäten trotz umfangreicher Informationen des Verbandes und seiner Mitglieder überrascht.

 

„Einige unserer Branchenunternehmen erreichen vermehrt Anfragen von Kunden, die sich der Problematik noch gar nicht bewusst waren. Gerade in Lagern auf Paletten schlummernde Waren sollten dringend kontrolliert werden“, empfiehlt Kirschner daher.

Wie viele Sendungen aus und nach England an den Grenzen noch nicht geprüft worden sind und gegebenenfalls zurückgesendet werden müssen, könne derzeit niemand sagen.

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