Brexit: DB Schenker stoppt Annahme für Landtransporte gen UK

Mitgelieferte Zolldeklarationsdokumente seien oftmals nicht vollständig, sagt der Logistikdienstleister. // Update am 21.1.

Fehlerhaft ausgefüllte Zolldokumente bremsen derzeit den Warenstrom zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU. (Foto: Bluedesign / Fotolia)
Fehlerhaft ausgefüllte Zolldokumente bremsen derzeit den Warenstrom zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU. (Foto: Bluedesign / Fotolia)
Therese Meitinger

Update, 21.1. / 17 Uhr: DB Schenker hat laut einer Pressemitteilung vom 21. Januar die Landtransporte in das Vereinigte Königreich wieder aufgenommen. Auch DPD UK bietet nun wieder Landtransporte in Richtung Kontinentaleuropa an. //

DB Schenker nimmt aktuell keine Transporte für den Landverkehr in Richtung Großbritannien mehr an. Laut einer Pressemitteilung vom 13. Januar beobachtet der Logistikdienstleister derzeit erhebliche Probleme bei der Bewältigung der seit dem Brexit anfallenden Zollformalitäten im Warenverkehr zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich (UK). Lediglich rund zehn Prozent der bei DB Schenker beauftragten Sendungen seien mit vollständigen und korrekten Papieren versehen. Bei einem Großteil der Sendungen liegen dem Anbieter zufolge dagegen Mängel bei den Dokumenten vor.

Jede nicht ordnungsgemäß dokumentierte Sendung verzögere die Auslieferung kompletter Ladungen. Nicht vollständig deklarierte Sendungen könnten vor Ort nicht zugestellt werden, heißt es. Die Annahme neuer Sendungen in das Vereinigte Königreich setzt der Logistikdienstleister vor diesem Hintergrund vorübergehend aus. Bereits aufgegebene Sendungen würden jedoch weiterhin so schnell wie möglich ausgeliefert.

DPD UK hat ähnliche Probleme

Um das erhöhte Arbeitsaufkommen zu bewältigen, mobilisiert DB Schenker nach eigenen Angaben in seiner seit mehr als einem Jahr bestehenden Brexit Task Force zusätzliche Kräfte für die nachträgliche Erstellung der Zollpapiere. Das Unternehmen appelliert an alle Sender und Empfänger im Güterverkehr zwischen EU und UK, die vorhandenen Informationsangebote zu nutzen und im eigenen Interesse die neuen Zollformalitäten sorgfältig einzuhalten. Auch eine Zollbefreiung für viele in der EU gefertigte Waren bedeute keine Befreiung von der Pflicht zur Vorlage kompletter Zollpapiere.

Mit ähnlichen Problemen kämpft auch DPD UK: Der britische Anbieter hat seinen Landverkehr nach Irland und Kontinentaleuropa bereits zum 21. Dezember ausgesetzt. Auch DPD UK begründete diesen Schritt mit fehlerhaften Dokumenten: Ihr Anteil habe bei bis zu 20 Prozent aller Sendungen gelegen. Aktuell wurde der Service noch nicht wieder aufgenommen.

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