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BME-Symposium 2018: Einkäufer und Supply Chain Manager gegen Maschinen?

Diskussionsrunde beschäftigte sich mit möglichen Umwälzungen in der Arbeitswelt.
Die Diskussion auf dem 53. BME-Symposium Einkauf und Logistik in Berlin stand unter dem Titel: "Die digitale Transformation des Einkaufs: Mensch versus Maschine?" (Foto: Matthias Pieringer)
Die Diskussion auf dem 53. BME-Symposium Einkauf und Logistik in Berlin stand unter dem Titel: "Die digitale Transformation des Einkaufs: Mensch versus Maschine?" (Foto: Matthias Pieringer)
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Matthias Pieringer

Gibt es in Einkauf und Supply Chain Management im Zuge der digitalen Transformation künftig den Kampf „Mensch versus Maschine“? Mit dieser Frage hat sich eine Diskussionsrunde im Eröffnungsplenum des 53. BME-Symposiums Einkauf und Logistik am 14. November in Berlin auseinandergesetzt.

Automatisierung der Wissensarbeit

In der Datenanalyse habe man sich in den vergangenen Jahren vor allem mit strukturierten Daten beschäftigt. Heute sei vermehrt der Übergang zur Analyse unstrukturierter Daten zu beobachten, sagte Dr. Thomas Erwin, Partner, Global Head of KPMG Lighthouse, Center of Excellence for Data & Analytics and Intelligent Automation, KPMG AG. Die „Automatisierung der Wissensarbeit“ erfolgt laut Erwin quasi unsichtbar. „Die Systeme werden trainiert und sehr schnell klug“. Dass Maschinen zum Beispiel komplexe Verträge lesen und diese auf rechtliche Anforderungen hin prüfen, sei bereits Realität. „Damit müssen wir uns auseinandersetzen“, sagte der Experte für Unternehmensberatung. Erwin zeigte sich überzeugt, dass alles, was sich automatisieren lasse, „auch automatisiert werden wird“.

Beziehungsmanager imEinkauf

Claas Radtke, Executive Vice President Global Procurement, CPO, bei der Weidmüller Group, forderte in Sachen Digitalisierung eine „gewisse Nüchternheit“ – gerade im Mittelstand. Man könne nicht alle Prozesse gleichzeitig umsetzen. Und Klaus Lübbers, Chief Procurement Officer der Meyer Werft, wies darauf hin, dass man im Einkauf auch in Zukunft „Beziehungsmanager“ brauche. Laut Vera Schneevoigt, Managing Director und Head of Product Supply Operations bei Fujitsu Technology Solutions, gilt es zu hinterfragen, welche monotonen oder besonders anstrengenden Aufgaben Cobots übernehmen könnten.

Stärkeres Interagieren gefordert

Im Rahmen einer auf die Diskussionsrunde folgenden Pressekonferenz auf dem Kongress machte Schneevoigt zudem deutlich, dass ungeachtet der technischen Entwicklung im Rahmen von künstlicher Intelligenz und Automatisierung das Ziel des Einkaufs und der Supply Chain unverändert bleibe: „Es geht weiterhin darum, das richtige Material in der richtigen Menge zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu haben.“ Allerdings müsse sich durch die Digitalisierung die Arbeitsweise ändern: „Die einzelnen Bereiche der gesamten Supply Chain einschließlich des Einkaufs müssen deutlich stärker interagieren als bisher“, erläuterte Schneevoigt.

Anforderungen an Mitarbeiter

Die Unterstützung des digitalen Wandels fordere den Mitarbeitern im Einkauf, so die Expertin, eine höhere Technologiekompetenz und einen strategischeren Ansatz ab – „denn durch Technologien wie Robot Process Automation oder KI wird das herkömmliche Purchasing zunehmend automatisiert ablaufen.“ Sie wies auch darauf hin, dass das Einbeziehen unterschiedlicher interner, gegebenenfalls auch externer Stakeholder, bereits in einem frühen Stadium einen erheblichen Mehrwert generieren könne. Fujitsu setzt nach Schneevoigts Worten bei Digitalisierungsprojekten daher auf „Co-creation“. Hierbei sollen im Rahmen eines zielorientieren, pragmatischen Design-Thinking-Ansatzes gemeinsam Lösungen gefunden werden.

Zum 53. BME-Symposium, das vom 14. bis 16. November in Berlin stattfindet, erwartet der Veranstalter, der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) etwa 2.000 Teilnehmer. In diesem Jahr steht der Kongress unter demMotto:"Transformation jetzt!".

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