BME-Logistikstudie 2022: Supply Chains erleben Digitalisierungsschub

Mehr als die Hälfte der Betriebe will Digitalisierungstechnologien innerhalb der nächsten fünf Jahre für sich nutzen, so eine Erhebung von BME und Hochschule Fulda.

Digitaler Durchblick? Den gibt es laut einer BME-Studie entlang der Lieferkette zunehmends, auch wenn an manchen Stellen Luft nach oben bleibt. (Symbolbild: Jürgen Fälchle / Fotolia)
Digitaler Durchblick? Den gibt es laut einer BME-Studie entlang der Lieferkette zunehmends, auch wenn an manchen Stellen Luft nach oben bleibt. (Symbolbild: Jürgen Fälchle / Fotolia)
Therese Meitinger

Das Management digitaler und automatisierter Lieferketten kommt in den Unternehmen des deutschsprachigen Raums weiter voran. Es gibt aber immer noch deutlich Luft nach oben, insbesondere für kleinere Betriebe. Das sind zentrale Ergebnisse der BME-Logistikstudie 2022 „Digitalisierung in Supply Chains“, so eine Pressemitteilung vom 16. Dezember.

Die Online-Erhebung wurde gemeinsam vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) und der Hochschule Fulda durchgeführt. An der Studie beteiligten sich laut den Studienautoren 210 Führungskräfte aus Einkauf, Logistik und Supply Chain Management. Sie sind in den Branchen Industrie, Handel und Dienstleistung geschäftlich aktiv. Ziel der diesjährigen BME-Logistikstudie sei es gewesen, Transparenz in die aktuelle und geplante Umsetzung von Digitalisierungstechnologien in Supply Chains zu bringen, so der Verband.

Clouds, API und Big Data Analytics besonders gefragt

Mehr als die Hälfte der befragten Betriebe will der Erhebung zufolge innovative Digitalisierungstechnologien wie Clouds und APIs, Big Data Analytics, Roboter und Automatisierung, Künstliche Intelligenz sowie das Internet of Things innerhalb der nächsten fünf Jahre für sich nutzen.

„Bei Clouds und APIs sowie Big Data Analytics planen dies sogar mehr als drei Viertel der Studienteilnehmenden“, betont BME-Hauptgeschäftsführerin Dr. Helena Melnikov.

Gleichzeitig gebe es aber auch noch innovative Tools, die für Supply Chains relevant sein können, aber deren Potenzial nicht oder nur unzureichend erkannt wird, so Melnikov.

„Mit Blick auf den Einsatz der von BME und Hochschule Fulda abgefragten Technologien berichteten uns die meisten Unternehmen über ihre zumeist positiven Erfahrungen. Die neuen digitalen Anwendungen trügen dort vor allem zu Kosteneinsparung, Zeitgewinn und Qualitätsverbesserung bei“, sagt Carsten Knauer, BME-Leiter Sektion Logistik.

Das Erkennen der Vorteile eines Einsatzes digitaler Technologien in Lieferketten ist laut der Studie der mit Abstand größte Treiber mit einem Zuwachs von fast 60 Prozent seit der Erhebung aus dem Jahr 2019.

In ihren Handlungsempfehlungen zur jüngsten Logistikstudie raten BME und Hochschule Fulda den Verantwortlichen im Supply Chain Management, sich noch stärker als bisher möglichst umfassend mit Digitalisierungstechnologien auseinanderzusetzen. Die Kooperationspartner richten ihren Appell nicht nur an Führungskräfte; auch in anderen, angrenzenden Bereichen ist es ihrer Überzeugung nach wichtig zu erkennen, dass sich Berufsbilder ändern oder ändern müssen. Der Bezug zu Digitalisierungsthemen sei deutlich stärker in diesen Berufsbildern zu verankern, so die Pressemitteilung.