BME-Innovationspreis 2021: Syntegon setzt sich durch

Der Anbieter von Verpackungstechnik stellte seinen Einkauf nach dem Verkauf an einen Finanzinvestor neu auf – und machte ihn zum Treiber der Transformation.

Setzten sich gegen Edscha und Netzsch Pumpen durch (v.l.): Berthold Kraus und Elina Wingenfeld von Syntegon Technology. (Foto: Screenshot / BME)
Setzten sich gegen Edscha und Netzsch Pumpen durch (v.l.): Berthold Kraus und Elina Wingenfeld von Syntegon Technology. (Foto: Screenshot / BME)
Therese Meitinger

Der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) hat den Verpackungstechnikhersteller Syntegon Technology mit dem BME-Innovationspreis 2021 ausgezeichnet. Die Verleihung fand am 8. November im Nachmittagsplenum des 56. BME-Symposiums Einkauf und Logistik DIGITAL statt. Mit dem Award zeichnet der BME seit 1986 erfolgreiches, innovatives Einkaufs- und Logistikmanagement aus. Aus dem Kreis der konzepteinreichenden Unternehmen hatte die Jury im Oktober 2021 die Netzsch Pumpen & Systeme GmbH, Edscha Holding GmbH und Syntegon für die zweite Runde nominiert. Dank ihres überzeugenden Konzeptes ging Syntegon Technology im Final-Ausscheid als Sieger hervor, wie der BME begründete.

Syntegon Technology mit Hauptsitz in Waiblingen ist ein Anbieter von Prozess- und Verpackungstechnik für die Pharma- und Nahrungsmittelindustrie, der aus der Verpackungssparte der Bosch-Gruppe hervorgegangen ist. Das Portfolio umfasst Einzelmaschinen, Systeme und Services. Gegenwärtig arbeiten 260 Beschäftigte im Einkauf. Das jährliche Beschaffungsvolumen beträgt mehr als 600 Millionen Euro. Syntegon erhält den diesjährigen BME-Innovationspreis für die erfolgreiche innovative Transformation seines Einkaufs.

Ausgangspunkt für die umfassende Transformation der Einkaufsorganisation war nach BME-Angaben der Verkauf von Bosch Packaging Technology (heute Syntegon) an CVC Capital Partners zum Jahresanfang 2020. Die Zielsetzung der Veränderungen sei die Verbesserung der Liquidität und Stoffkosten sowie die Schaffung einer zur neuen, flexibleren Unternehmensstruktur passenden Organisation des Einkaufs gewesen, heißt es. Das Konzept wurde gemeinsam mit der Unternehmensberatung Inverto entwickelt.

Vom Kostenfaktor zur Wertsteigerung

In der neuen organisatorischen Aufstellung steuert das Unternehmen den strategischen Einkauf, den Projekteinkauf und die Lieferantenentwicklung nun zentral. Für den operativen Einkauf sind weiterhin die Standorte zuständig. Syntegon hat dafür einen für alle Standorte geltenden Rahmen geschaffen, der einheitliche Prozesse und IT-Lösungen umfasst. Zusätzlich hat sich Syntegon auf den Beitrag des Einkaufs zum EBITDA als wichtigste Einkaufskennzahl fokussiert. Dies hat die Zusammenarbeit von Standorten und Zentraleinkauf deutlich verbessert. Auch die Einführung von neuen digitalen Tools hat die Neuorganisation unterstützt.

Durch die Transformation seines Einkaufs sei es Syntegon in sehr kurzer Zeit gelungen, die Liquidität zu erhöhen und Materialkosten deutlich zu verringern, argumentiert der BME. Der Einkauf leiste einen spürbaren Beitrag zur Wertsteigerung des Unternehmens, was zu einer verbesserten Wahrnehmung der Organisation innerhalb und außerhalb des Unternehmens geführt habe.

Gundula Ullah, BME-Bundesvorstandsvorsitzende und Jury-Mitglied:

„Die vom Einkauf der Syntegon Technology GmbH klug gesteuerte Transformation hat dazu geführt, dass dieser Bereich in einer schwierigen Phase der Beschaffungsmärkte einen maßgeblichen Wertbeitrag für das Unternehmen leisten konnte. Das umfassende und facettenreiche Transformationskonzept überzeugte die BME-Jury davon, Syntegon den BME-Innovationspreis 2021 zu verleihen.“

Berthold Kraus, Chief Purchase Officer der Syntegon Technology:

„Wir sind dankbar für diese Anerkennung und stolz, dass der BME unsere intensive Arbeit in den vergangenen anderthalb Jahren mit dem Innovationspreis auszeichnet. Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen sowie dem Team von Inverto, die zu diesem Erfolg beigetragen haben. Beim Ausscheiden aus der Bosch-Gruppe hat Syntegon angekündigt, noch flexibler und effizienter zu werden. Mit der Transformation unseres Einkaufs ist uns genau das gelungen.“

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