Blockchain: Hapag-Lloyd und ONE werden Teil von TradeLens

Nach Firmenangaben werden nun zwei Drittel der weltweit per Container transportierten Fracht über die Blockchain-basierte SCM-Plattform erfasst.

Die 400 Meter lange "Al Nefud" ist eines der größten Schiffe von Hapag-Lloyd und kann insgesamt 19.870 TEU transportieren. (Foto: Hapag-Lloyd)
Die 400 Meter lange "Al Nefud" ist eines der größten Schiffe von Hapag-Lloyd und kann insgesamt 19.870 TEU transportieren. (Foto: Hapag-Lloyd)
Therese Meitinger

Hapag-Lloyd und die in Singapur beheimatete Ocean Network Express (ONE) Pte. Ltd. haben am 24. Juni bekannt gegeben, dass sie die Integration in die Blockchain-basierte SCM-Plattform "TradeLens" nun vollzogen haben. Laut einer Pressemitteilung versprechen sie sich davon einen zeitnäheren und durchgängigeren Blick auf ihre Containerfracht-bezogenen Logistikdaten. Zuvor hatten die weltweit fünft- und sechstgrößte Containerreederei nach Eigenangaben bereits mehrere Pliotprojekte auf der Plattform durchgeführt. Tradelens, das von dem IT-Unternehmen IBM und der Großreederei A.P. Moller – Maersk 2019 lanciert wurde, versteht sich als neutrale Third-Party-Plattform und setzt technologisch auf „IBM Cloud“ und „IBM Blockchain“ auf.

Über eine einzelne Schnittstelle bietet TradeLens nach Unternehmensangaben Verladern, Empfängern und Spediteuren einen direkten und transparenten Zugang zu digitalisierten, Carrier-übergreifenden Prozessen und Dokumentationsabläufen für ihre maritimen Lieferketten. Kunden könnten außerdem die wichtigsten Partner ihrer Lieferkette einfach an die digitale Plattform anbinden, um so einen frühzeitigeren Einblick in ihre Inbound-Lieferketten zu gewährleisten, wirbt der Anbieter. Die Mitglieder des TradeLens “Ecosystem“ übermitteln laut Mitteilung ihre geplanten, geschätzten und tatsächlichen Ereignisse, die wiederum von allen anderen berechtigten Mitgliedern eingesehen werden können.     

Die TradeLens-Plattform hat großes Potenzial, die Digitalisierung von Abläufen in der Lieferkette und Dokumentationsabwicklung zu ermöglichen. Unsere Kunden werden deutlich von einer erhöhten Transparenz, Genauigkeit, Geschwindigkeit und Effizienz in ihren Lieferketten profitieren – und dadurch Kosten reduzieren" , sagt Rolf Habben Jansen, CEO von Hapag-Lloyd.

Blockchain als Größe in der Seefracht

Dass Hapag-Lloyd und ONE TradeLens beitreten, ist insofern interessant, als es auf die große Akzeptanz von Blockchain-Technologien in der Seefracht verweist: Aktuell sind auf der Plattform laut IBM fünf der sechs weltweit größten Reedereien präsent. Im Oktober 2020 hatten sich laut IBM bereits die Großreedereien CMA CGM und MSC Mediterranean Shipping Company (MSC) dem Ökosystem angeschlossen; sechs weitere Carrier waren demnach bereits zuvor Mitglieder vertreten.

Zu den insgesamt mehr als 300 auf der Plattform vertretenen Organisationen zählen TradeLens zufolge auch andere Akteure aus dem Seefracht-Umfeld, wie etwa ICL Internationale Commodity Logistik GmbH, das Logistikunternehmen den Neumann Kaffee Gruppe. Insgesamt seien Daten von mehr als 600 Häfen und Terminals in dem System erfasst, gibt IBM an. Nach Firmenangaben werden nun zwei Drittel der weltweit per Container transportierten Fracht über die Blockchain-basierte SCM-Plattform erfasst.

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