Blockchain: Forschungsverbund Hansebloc testet erfolgreich Prototypen

Wissenschaftliches Projekt wird nach zweieinhalb Jahren abgeschlossen.

Das Forschungskonsortium Hansebloc hat einen Prototypen für eine offene Blockchain-Plattform entwickelt und getestet. (Symbolbild: Sashkin/Fotolia)
Das Forschungskonsortium Hansebloc hat einen Prototypen für eine offene Blockchain-Plattform entwickelt und getestet. (Symbolbild: Sashkin/Fotolia)
Sandra Lehmann

Der norddeutsche Forschungsverbund Hansebloc hat einen Prototyp für eine Blockchain-Plattform fertiggestellt und erfolgreich getestet. Das teilte der Bremer Software-Anbieter Hec GmbH am 1. Oktober mit, der nach Eigenangaben an dem Forschungsprojekt beteiligt war.

Fälschungssicher dokumentieren

Nach Hec-Aussagen macht es die Hansebloc-Plattform Logistikern möglich, Transportdaten und Gefahrenübergänge für sensible Produkte fälschungssicher zu dokumentieren. Smart Contracts stellen dabei Hec zufolge automatisch sicher, dass Vertragskonditionen eingehalten werden, um dann zum Beispiel Bezahlvorgänge auszulösen. Messdaten über Position, Temperatur und Erschütterung von Gütern könnten ebenfalls erfasst werden. Gemeldet von Sensoren, die etwa in Paletten integriert sind, würden diese von Smart Oracles – virtuellen Agenten – verifiziert und in die Blockchain weitergeleitet.

Offene Plattform

Das Besondere der norddeutschen Logistik-Blockchain ist laut Hec die in dem Gesamtprojekt entstandene offene Struktur, die die Zusammenarbeit von Akteuren unterstützen soll. An ihr könnten sich weitere Logistiker und Dienstleister kostengünstig beteiligen. Die modulare Architektur ermögliche es Dritten, die Plattform zu erweitern, und eigene Dienstleistungen zu vertreiben – quasi wie in einem App Store. Ein marktbeherrschender Einfluss von Plattformbetreibern oder Zwischenhändlern soll so ausgeschlossen werden, heißt es vonseiten der Hec GmbH.

Hansebloc ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes KMU-zentriertes FuE-Projekt zur Erprobung und Erarbeitung von Blockchain-Lösungen im Logistikkontext. Die Logistik-Initiative Hamburg fungiert im Rahmen des Projekts als Verbund- und Projektkoordinator.

Logistikdienstleister, IT-Anbieter und Hochschulpartner

Das Hansebloc-Konsortium besteht nach Eigenangaben aus insgesamt zehn norddeutschen Verbundpartnern, die aus dem Netzwerk der Logistik-Initiative Hamburg stammen. Darunter befinden sich vier Logistikdienstleister (Kroop & Co. Transport + Logistik GmbH, Shot Logistics GmbH, Sovereign Speed GmbH und Transimeksa Intermodal GmbH), vier IT-Dienstleistern und Blockchain-Experten (Chainstep GmbH, Consider it GmbH, Hec GmbH und Itemis AG) sowie zwei Hochschulpartner (HAW Hamburg und Kühne Logistics University GmbH).

Das insgesamt zweieinhalbjährige Hansebloc-Projekt wird am 26. November 2020 in einer Abschlusskonferenz in Hamburg vorgestellt.

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