Bionik: „Natürlich technisch“

Bionik-Professor Rechenberg erklärt, was die Technik von der Natur lernen kann.
Matthias Pieringer

Prof. Dr. Ingo Rechenberg hat zur Eröffnung der LogiMAT 2013 das Forschungsfeld der Bionik vorgestellt. Die Bionik versucht, Leistungen, die sich in der Evolution entwickelt haben, technisch nachzubilden. Das wichtigste Beispiel dafür, wie Bionik unseren Alltag verändert habe, sei das Flugzeug, sagte der Wissenschaftler im Gespräch mit der offiziellen Messezeitung LogiMAT Daily. Die Grundkonzeption eines Vogels, die auf das Flugzeug übertragen wurde, ist dem Professor zufolge bis heute die Lösung der Techniker geblieben.

Rechenberg, seit 1972 Inhaber des Lehrstuhls „Bionik und Evolutionstechnik“ an der TU Berlin, erläuterte in dem Interview auch, wieso es ihn für seine Forschungsarbeiten regelmäßig in die Wüste zieht: „In der biologischen Evolution ist sehr häufig Energiesparen das Ziel. In Extremregionen wie der Wüste ist Nahrung besonders knapp. Für einen Bioniker ist deshalb zum Beispiel die Sahara besonders interessant: Dort halten wir Ausschau nach den Techniken, die sich in der Tier- und Pflanzenwelt entwickelt haben und die genutzt werden, um Energie und damit auch Nahrung zu sparen.“

Zu Rechenbergs spannendsten Forschungsobjekten zählen der Sahara-Sandfisch, eine Glattechse, die sich schlängelnd unter dem Wüstensand fortbewegt und die Rad schlagende Spinne. Diese Spinne habe ihn zur Entwicklung eines Roboters inspiriert, der die Wüstendünen hochrollen kann. „So ein Roboter könnte über Schüttgut laufen – dazu wäre diese Spinnenbewegung nahezu ideal“, sagte der Bionik-Professor über eine Anwendungsidee für die Logistik.

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