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Binnenschifffahrt: Häfen fordern Schutz für ihre Standorte

Hunger nach Büro- und Wohnflächen bereitet den Binnenhäfen Sorge.
Deutschlands größter Binnenhafen in Duisburg belegt viel Platz. Laut dem Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen geraten immer mehr Häfen in Konflikt mit dem Wunsch nach mehr Fläche für Wohnungen. (Foto: Hans Blossey)
Deutschlands größter Binnenhafen in Duisburg belegt viel Platz. Laut dem Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen geraten immer mehr Häfen in Konflikt mit dem Wunsch nach mehr Fläche für Wohnungen. (Foto: Hans Blossey)
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László Dobos

Der Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen (BÖB) fordert mehr planerischen Schutz für Hafengebiete beim Städtebau. Die Forderungen äußerte der Präsident des BÖB, Rainer Schäfer, auf der Jahrestagung des Verbandes am 17. Oktober in Karlsruhe.

Konflikte um den Raum

Besondere Sorgen machen den Binnenhäfen laut BÖB die zunehmenden Nutzungskonflikte in den Städten zwischen Häfen und herannahender Wohn- und Bürobebauung. Beispielhaft wurde die Neuregelung zu den urbanen Gebieten genannt, die als Bedrohung für innerstädtische Hafengebiete verstanden werden könne. Schäfer betonte in diesem Zusammenhang: „Wir brauchen eine planerische Absicherung für die Häfen auf Länderebene durch homogene und abgestimmte Landeshafengesetze, die die vielfältigen Herausforderungen abdeckt. Wir streben durch einen Grundkonsens mit unseren Kommunen einen entscheidenden Schritt an. Der BÖB kann sich daher ein mit dem Deutschen Städtetag gemeinsam erarbeitetes „Leitbild für Hafen und Stadt“ als Lösungsansatz vorstellen.“

Digitalisierung ist für die Binnenschifffahrt eine Chance

Schäfer würdigte das vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegebene und veröffentlichte Gutachten zur Verlagerung von Gütertransporten auf das Binnenschiff im Rheinkorridor. Die Häfen unterstützen dem BÖB zufolge die Forderung, keine weiteren Eingriffe in die vorhandene Infra- und Suprastruktur aufgrund städtebaulicher Entwicklungskonzepte im Rheinkorridor zuzulassen. Zudem würden sie die Digitalisierung und strategische Allianzen als Chance zur Stärkung der Binnenschifffahrt im Rheinkorridor sehen.

Verkehrsplanung soll Konkurrenz zur Eisenbahn mindern

Ein weiteres wichtiges Thema auf der Tagung war für Schäfer die integrierte Planung im Güterverkehr. Schäfer nahm dabei die neue Regierung in die Pflicht: „Die Bundesregierung sollte in der kommenden Legislaturperiode einen ‚Entwicklungsplan Alternative‘ Verkehrsträger verabschieden. Es macht keinen Sinn, Masterpläne für Schienengüterverkehr und Binnenschifffahrt nebeneinander zu fahren und am Ende realisieren zu müssen, dass sich beide Verkehrsträger im Güterverkehr gegenseitig die Gütermengen wegnehmen. Wir wünschen uns einen ernsten, gut überlegten und integrierten Ansatz für die alternativen Verkehrsträger im Güterverkehr inklusive ihrer Knotenpunkte.“

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