Bilanz: TGW auf Wachstumskurs

Das Intralogistikunternehmen überspringt im Auftragseingang erstmals die Milliardengrenze.

Auf der Pressekonferenz zum Geschäftsjahr 2020/ 2021: CEO Harald Schröpf zeigt sich tief beeindruckt. (Foto: TGW)
Auf der Pressekonferenz zum Geschäftsjahr 2020/ 2021: CEO Harald Schröpf zeigt sich tief beeindruckt. (Foto: TGW)
Melanie Wack

Die TGW Logistics Group hat das Wirtschaftsjahr 2020/2021 (1. Juli 2020 bis 30. Juni 2021) mit einem Umsatz von 813,1 Millionen Euro abgeschlossen, das hat das Intralogistikunternehmen am 23. September bekannt gegeben. Der Auftragseingang überstieg einer Pressemitteilung zufolge mit rund 1,1 Milliarden Euro erstmals die Milliardenschwelle, das EBIT kletterte auf 50,5 Millionen Euro. In den kommenden Monaten schaffe das Technologieunternehmen 850 neue Arbeitsplätze – davon mehr als die Hälfte in Oberösterreich.

Harald Schröpf, Chief Executive Officer der TGW Logistics Group, zeigt sich mit der Entwicklung zufrieden: „Die vergangenen eineinhalb Jahre waren für TGW sehr herausfordernd – und gleichzeitig auch herausragend. Ich bin tief beeindruckt vom Engagement und vom Einsatz, mit dem unsere Mitarbeiter agieren. Gemeinsam konnten wir die Auswirkungen der Corona-Pandemie gut bewältigen: Zum ersten Mal in unserer Geschichte haben wir die Milliardengrenze im Auftragseingang geknackt, gleichzeitig ist unser EBIT auf einen Rekordwert von 50,5 Millionen Euro gewachsen. Unser Umsatz beläuft sich auf 813,1 Millionen Euro.“

Teil der globalen Standardisierungsstrategie

Im März 2021 verkaufte TGW seine US-amerikanische Fördertechniksparte an einen strategischen Investor. Im laufenden Wirtschaftsjahr nimmt TGW laut eigenen Angaben einen weiteren Meilenstein ins Visier: die Umsatz-Milliardengrenze. Auch der Auftragseingang soll erneut deutlich die Milliardengrenze übersteigen, strategische Wachstumsmärkte sind Europa und Nordamerika.

„Dieser Schritt bildet Teil unserer globalen Standardisierungsstrategie. Der Umsatz des verkauften Bereichs – im Wirtschaftsjahr 2019/20 rund 80 Millionen Euro – wurde aus bilanztechnischen Gründen aus dem Gesamtumsatz herausgerechnet. Berücksichtigt man diesen verkauften Unternehmensteil, wäre unser Umsatz um rund zehn Prozent gewachsen“, so Schröpf weiter.

Investitionen in Künstliche Intelligenz, Software und Robotik

Das Forschungs- und Entwicklungs-Budget erhöhte sich um mehr als 17 Prozent auf 32,8 Millionen Euro. Im laufenden Wirtschaftsjahr werde dieser Wert noch einmal deutlich gesteigert. Die Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Künstliche Intelligenz, Software und Robotik. Diese Techniken bilden auch die Basis, um jene Prozesse in Logistikzentren höchstmöglich zu automatisieren, für die kaum Mitarbeiter zu finden sind.

Sieben Millionen Euro für die Mitarbeiterbeteiligung

Für das Wirtschaftsjahr 2020/21 schüttet TGW laut eigenen Angaben eine Mitarbeiterbeteiligung in Höhe von sieben Millionen Euro aus – zum bereits vierten Mal. Im Fokus des Konzepts stehen die Übernahme von Verantwortung und die gerechte Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg: ganz in Einklang mit der Philosophie „Mensch im Mittelpunkt – lernen und wachsen.“ Mitarbeiter können sich zwischen den Optionen Geld oder zusätzliche Urlaubstage entscheiden – oder zum ersten Mal auch von einem neugeschaffenen Angebot profitieren, bei dem Gesundheit im Fokus steht.

TGW schafft 850 Arbeitsplätze

Die Zahl der Mitarbeiter wuchs 2020/21 laut Mitteilung auf 3.766. Seinen Wachstumskurs setzt Intralogistik-Spezialist TGW demnach weiter fort und schafft im laufenden Wirtschaftsjahr 850 zusätzliche Arbeitsplätze, davon mehr als die Hälfte in Oberösterreich. Im Fokus der Suche stehen vor allem Spezialisten für die Bereiche Software und IT, Steuerung, Servicetechniker sowie Entwicklungsspezialisten. Schröpf betont:

„Erfolg entsteht zu einem wesentlichen Teil durch das Know-how und den Einsatz unserer Mitarbeiter. Als Technologieunternehmen sind wir in einer innovationsstarken und dynamischen Branche tätig. Nur mit einem starken Team können wir für unsere internationalen Kunden das beste Ergebnis erzielen. Zusätzlich zu spannenden Jobs bieten wir daher ein hochmodernes Arbeitsumfeld, zahlreiche Benefits, flexible Arbeitszeiten und ein großzügiges Home-Office-Modell.“

Standort-Investition in Höhe von 200 Millionen Euro

Um die Basis für das geplante Wachstum zu legen, investiert TGW der Mitteilung zufolge in den kommenden fünf Jahren rund 200 Millionen in seine Standorte. In Oberösterreich entstehen Büroarbeitsplätze für 800 Mitarbeiter sowie eine Produktionshalle inklusive hochautomatisiertem Lager mit einer Gesamtfläche von rund 20.000 Quadratmetern. Darüber hinaus werde ein Aus- und Weiterbildungszentrum errichtet, mit dem TGW ein ganzheitliches Programm für die fachliche sowie persönliche Aus- und Weiterbildung aus der Taufe hebt.

Zudem investiert TGW auch international in seine Niederlassungen: Die Automatisierungsspezialisten von TGW Robotics nahe Rosenheim (Bayern) haben laut Pressemeldung beispielsweise vor Kurzem ein neues, mehr als doppelt so großes Firmenareal erworben.

„Die Zeichen stehen auf weiteres Wachstum. TGW investiert massiv in Forschung und Entwicklung, Infrastruktur sowie die Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter. Das Setup als Stiftungsunternehmen gibt uns die notwendige Sicherheit und Stabilität, um langfristig denken und handeln zu können.“

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