Berufsbekleidung: „Fair Wear Works“ will faire Beschaffung unterstützen

Eine erste Umfrage soll den Bedarf hinsichtlich Beratung und Informationsmaterialien in interessierten Unternehmen ermitteln.

Wer sich für faire Arbeitsbedingungen engagiert, kann das für seine Unternehmenskommunikation in Sachen CSR nutzen. (Foto: Patpitchaya / Fotolia)
Wer sich für faire Arbeitsbedingungen engagiert, kann das für seine Unternehmenskommunikation in Sachen CSR nutzen. (Foto: Patpitchaya / Fotolia)
Therese Meitinger

Der Global Nature Fund (GNF) und Femnet starten laut einer Mitteilung vom 16. Juli mit „Fair Wear Works“ ein gemeinsames Projekt zur Verbesserung der Beschaffung von Textilien in Unternehmen. Durch gezielte Einkaufsstrategien sollen nachhaltige Arbeitsbedingungen und Umweltauswirkungen entlang der Lieferkette positiv beeinflusst werden, so die beiden Organisationen. Für die Ermittlung der Beratungsbedarfe läuft derzeit eine Umfrage für alle interessierten Unternehmen.

Während die Umweltschutzorganisation GNF in ihren Projekten zumeist Biodiversität in den Fokus nimmt, setzt Femnet sich laut Eigenbeschreibung mit politischem Engagement, Bildungs- und Beratungsarbeit für Frauen in den Produktionsländern der globalen Bekleidungsindustrie ein. Mit „Fair Wear Works“ möchten die Partner nun mit gezielten Infomaterialien und Veranstaltungen das Bewusstsein von Unternehmen für die soziale und ökologische Relevanz eines verantwortungsvollen Textileinkaufs schärfen; sie geben an, maßgeschneiderte Angebote für deren Einkauf zu erarbeiten.

Coronakrise wirft Schlaglicht auf Arbeitsbedingungen

Dass Textilien für den deutschen Markt häufig unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt werden, sei nicht erst seit der Corona-Krise bekannt, habe sich zuletzt aber wieder in aller Drastik gezeigt, argumentieren die beiden NGOs. Unzählige Frauen und Männer hätten von einem Tag auf den anderen ihre Jobs verloren, da die großen Textilkonzerne ihre Aufträge stornierten. Aber auch in normalen Zeiten sind laut GNF und Femnet Niedriglöhne, erzwungene Überstunden und fehlende Mitarbeiterbestimmung in den meisten Produktionsstätten an der Tagesordnung. Ein enormer Wasserverbrauch, Chemikalien in Flüssen und ein Anteil von acht Prozent an den weltweiten CO2-Emissionen machen demnach Textilien auch in ökologischer Hinsicht zu einem höchst kritischen Produkt.

Unternehmen, die daran interessiert sind, Textilien nachhaltiger einzukaufen, fordern die Projektpartner auf, sich an sie zu wenden. Nachhaltige Lösungswege für die Integration von sozialen und ökologischen Kriterien in den unternehmenseigenen Einkaufsrichtlinien kämen auch der Kommunikation unternehmerischen Engagements in den Bereichen CSR und Sustainability entgegen, so Femnet und der GNF. Derzeit läuft den Organisationen zufolge eine Umfrage, um den Bedarf hinsichtlich Beratung und Informationsmaterialien zu ermitteln. Teilnehmen können alle interessierten Unternehmen hier:  www.globalnature.org/de/textileinkauf

Das Projekt wird gefördert von der Engagement Global gGmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), mit freundlicher Unterstützung von Fairtrade Deutschland.

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