Autonomes Fahren: Wie der Lkw-Fahrer zum Operator wird

Vielerorts fehlen Frauen und Männer am Lkw-Steuer. Unternehmen wie das Teleoperations-Start-up Fernride möchten die Fähigkeiten des Fahrers mit autonomen Technologien verknüpfen.

Vom Büro aus: Der Teleoperator steuert hier das Fahrzeug fern. (Foto: Fernride)
Vom Büro aus: Der Teleoperator steuert hier das Fahrzeug fern. (Foto: Fernride)
Matthias Pieringer

Megatrends wie der Fahrermangel und die Elektrifizierung von Flotten bringen Unternehmen wie Fernride im Logistikbereich ins Spiel. Das Start-up aus München setzt auf die Mensch-Maschine-Schnittstelle und möchte den nahtlosen Übergang zu einer höher automatisierten und nachhaltigeren Logistik beschleunigen: „Wir verfolgen die Zielsetzung, menschliche Fähigkeiten mit Automatisierungstechnik zu verknüpfen“, sagt Hendrik Kramer, CEO und Gründer des Technologieunternehmens.

Hebel gegen den Fahrermangel

Dies soll über die Teleoperation geschehen, die menschliche Fähigkeiten mit heutiger Technologie für autonomes Fahren kombiniert. Bereits zehn Fahrer hat Fernride als Teleoperatoren angestellt, wie Kramer berichtet. Ein Teleoperator könne 30 bis 50 autonome Fahrzeuge unterstützen, beschreibt der Gründer einen Hebel gegen den Fahrermangel. Zudem sei in Sachen autonomes Fahren von Gesetzes wegen in Deutschland eine technische Aufsicht nötig.

Um die Potenziale des autonomen Fahrens für die Logistik dreht sich die Titelgeschichte in LOGISTIK HEUTE 7-8/2022. Die Ausgabe ist seit dem 15. Juli verfügbar.

Vom Steuer ins Büro

Allein in Deutschland bezifferte sich 2021 der Lkw-Fahrermangel auf 80.000 unbesetzte Plätze am Lenkrad. Dies zeigt eine Analyse der International Road Transport Union (IRU). Mit einer Entspannung der Lage rechnen aufgrund der Nachwuchsprobleme und des ausbaufähigen Images, das dem Beruf anhaftet, wohl nicht einmal die größten Optimisten.

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