Autonome Logistik: BMW und TU München forschen zu „Robot in the Cloud“

Autonom fahrende Gabelstapler greifen im BMW-Werk Landshut im Forschungsprojekt für aufwendige Berechnungen auf eine Daten-Cloud zu. Dabei kommen 5G-Technologien zum Einsatz.

BMW untersucht zusammen mit anderen Unternehmen, wie autonom fahrende Logistikfahrzeuge im Produktionsumfeld eingesetzt werden können. (Bild: BMW Group)
BMW untersucht zusammen mit anderen Unternehmen, wie autonom fahrende Logistikfahrzeuge im Produktionsumfeld eingesetzt werden können. (Bild: BMW Group)
Therese Meitinger

Im Rahmen des durch das Bayerische Wirtschaftsministerium mit 1,2 Millionen Euro geförderten zweijährigen Forschungsprojekts „Robot in the Cloud“ erforscht die BMW Group im niederbayerischen Komponentenwerk Landshut gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) und mit Unterstützung von mehreren Partnerunternehmen, wie autonom fahrende Logistikfahrzeuge im Produktionsumfeld eingesetzt werden können. Das berichtet eine Pressemitteilung vom 20. Juni. Die aufwendigen Berechnungen, die für die autonomen Logistikfahrten notwendig sind, finden demnach nicht direkt in den Fahrzeugen statt, sondern in einer eigens dafür eingerichteten Daten-Cloud.

Das Forschungsprojekt startete 2021 auf Initiative der Technologie- und Logistikentwicklung der BMW Group. Nach der theoretischen Vorarbeit und ersten Tests unter Laborbedingungen auf dem Gelände der TUM in Garching erfolge derzeit der Praxistest im BMW Group Werk Landshut, heißt es vonseiten der Projektpartner.

„Mit diesem Pilotprojekt setzt das BMW Group Werk Landshut Maßstäbe in Sachen intelligenter, vernetzter Fabrik. Die zunehmende Digitalisierung der Produktion schließt auch die Logistikströme mit ein“, erklärt Standortleiter Dr. Stefan Kasperowski.

Dahinter stehe das Ziel einer vollvernetzten Produktion, in der autonome Transportsysteme, Logistikroboter und mobile Geräte reibungslos untereinander sowie mit dem Leitsystem kommunizieren können, so Kasperowski weiter.

5G als wesentlicher Enabler

Konkret werden dem Autohersteller zufolge im Forschungsprojekt „Robot in the Cloud“ autonom fahrende Gabelstapler beim Be- und Entladen von Lkws sowie bei der Bewirtschaftung eines Blocklagers im Versorgungszentrum des BMW Group Werks Landshut eingesetzt.

„Als Grundlage für die Berechnung der autonomen Fahrten kommen in die Stapler integrierte Kameras zum Einsatz, mit deren Hilfe gleichzeitig Fahrbewegungen berechnet und millimetergenaue Koordinaten ermittelt werden können“, erklärt Ludwig Huber, der Integrationsverantwortliche für das Werk Landshut.

Die Berechnungen werden laut BMW mittels der 5G-Technologie auf eine hochleistungsfähige Daten-Cloud ausgelagert. Dadurch seien aufwendige Prozessoren und eine entsprechende Hardware direkt in den Fahrzeugen nicht mehr notwendig, so der Automobilist. Die optimierte Steuerung der Stapler durch die Cloud verringere die Standzeiten der Logistikfahrzeuge und erhöhe die Leistung und Effizienz des gesamten Logistiksystems.

Die 5G-Funktechnologie spielt nach Unternehmensangaben eine entscheidende Rolle für den Einsatz der Cloud-basierten Logistiklösung im Versorgungszentrum des Werks Landshut. Mit dem neuen Mobilfunkstandard lassen sich große Datenmengen innerhalb kürzester Zeit übertragen. 5G ermöglicht so die Echtzeit-Vernetzung von Maschinen und Anlagen.

Das Forschungskonsortium setzt sich neben BMW Group Vertretern aus drei weiteren bayerischen Unternehmen zusammen: Die Congiv GmbH aus München installiert das 5G-Netz im BMW Group Werk Landshut und liefert die Cloud-Lösung. Die KS Control GmbH aus Mintraching stellt den autonom fahrenden Gabelstapler zur Verfügung. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch die Technische Universität München.

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